Alteos Rad-Report 2026: Fachhandel bleibt erste Wahl, Service-Potenzial liegt brach

Zwei Drittel der Radfahrenden würden ein neues Rad bevorzugt im Fachgeschäft kaufen, bei der Händlerwahl spielt KI kaum eine Rolle. Zugleich hat die Mehrheit im vergangenen Jahr keine Serviceleistung des Handels genutzt. Das zeigt der Rad-Report 2026 von Alteos.
Für den Rad-Report 2026 hat das Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag von Alteos zwischen Juni und August online 5.000 Radfahrende und 150 Beschäftigte im Fahrrad-Einzelhandel befragt. Alteos, eine Tochter der Axa Konzern AG, vertreibt Fahrradversicherungen über den Fachhandel und legt den Report zum zweiten Mal vor.
Beratung vor dem Kauf gefragt
65,8 Prozent der Befragten würden ein neues Rad bevorzugt im stationären Fachgeschäft kaufen. Unter E-Bike-Besitzenden sind es 74,3 Prozent, unter Lastenrad-Besitzenden 71,5 Prozent. 52,1 Prozent haben sich vor dem Besuch im Geschäft noch nicht auf Marke und Modell festgelegt.
Elf Prozent der Radfahrenden haben sich im vergangenen Jahr per KI rund ums Rad informiert, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 21,3 Prozent. Gefragt wird vor allem nach Funktion und Ausstattung (24,2 Prozent der KI-Nutzenden) sowie nach Bewertungen (21,6 Prozent). Für die Händlerwahl setzen nur 3,7 Prozent KI ein. Gut ein Drittel der befragten Betriebe (34,5 Prozent) befasst sich aktiv mit der eigenen Sichtbarkeit in KI-Systemen.
Service wenig genutzt
61,9 Prozent der Radfahrenden haben in den vergangenen zwölf Monaten keine Serviceleistung des Fachhandels in Anspruch genommen. Warum, lässt die Studie offen. 23,2 Prozent der Händler bieten derzeit keine After-Sales-Leistungen an.
Bei der Wahl einer Werkstatt zählen vor allem qualifizierte Mechanikerinnen und Mechaniker (52,2 Prozent), transparente Kostenschätzungen (40,6 Prozent) und schnelle Reparaturen (39,1 Prozent). Mehrjahres-Wartungspakete interessieren 28,7 Prozent, Akku-Austausch-Garantien 26,7 Prozent.
Händler entdecken das Gebrauchtrad
Potenzielle Gebrauchtradkäufer würden zu 39,0 Prozent bevorzugt im Fachgeschäft kaufen, 14,3 Prozent nennen private Online-Marktplätze. Auch der Handel bewegt sich: 2025 sahen 0,9 Prozent der Händler den Gebrauchtradverkauf als relevantes Geschäftsfeld, nun wollen sich 10,0 Prozent in den kommenden zwölf Monaten darauf konzentrieren.
„Der Alteos Rad-Report zeigt, dass der Fachhandel auch in einem sich verändernden Markt eine starke Position hat. Entscheidend wird sein, diese Stärke über den eigentlichen Fahrradverkauf hinaus auszubauen“, sagt Dr. Sebastian Sieglerschmidt, Geschäftsführer von Alteos.
Werkstatt und Gebrauchtrad sind auch Thema der digitalen Gesprächsreihe Rad-Talk, die Alteos am 3. November und 9. Dezember fortsetzt.