Vaude besteht als erste Marke die unabhängige Green-Shape-Zertifizierung

Der Outdoor-Ausrüster Vaude hat als erste Marke die Zertifizierung nach dem Green-Shape-Standard durchlaufen. Den Standard hatte das Unternehmen 2010 selbst entwickelt, inzwischen liegt er bei einem unabhängigen Verein und steht der Branche offen.
Vaude hat als erste Marke die unabhängige Zertifizierung nach dem Green-Shape-Standard durchlaufen. Das teilten das Unternehmen aus Tettnang und der Green Shape e. V. gemeinsam mit.
Die entsprechenden Produkte der Herbst-Winter-Kollektion 2026 können zum Verkaufsstart mit dem neuen Green-Shape-Label gekennzeichnet werden. Nach Angaben von Vaude sind 80 Prozent der aktuellen Kollektion nach dem Standard zertifiziert.
Vom Firmenstandard zum Vereinsstandard
Vaude hatte Green Shape 2010 als eigenen Umweltstandard entwickelt. Anfang 2026 ging er in die Verantwortung des gemeinnützigen Green Shape e. V. über, der von Vaude unabhängig ist. Der Verein ist heute Standardgeber und Programmeigner, das Label zudem als EU-Gewährleistungsmarke eingetragen.
Vaude legt die Anforderungen damit nicht mehr selbst fest, sondern ist Standardnutzer und durchläuft denselben Prozess wie jede andere Marke. Die Prüfung führte die Zertifizierungsstelle Control Union Certifications Germany durch. Deren Geschäftsführer Loek Verwijst betont, unabhängige Zertifizierung schaffe Vertrauen in Umweltstandards.
Zeitpunkt mit Bezug zu EU-Regeln
„Dass wir nun als erster Standardnutzer die unabhängige Zertifizierung erfolgreich durchlaufen haben, ist für uns ein konsequenter nächster Schritt“, sagt Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude.
Der Termin ist laut Mitteilung bewusst gewählt: Seit dem 27. September 2026 gelten die Vorgaben der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (Empco). Sie verschärfen unter anderem die Anforderungen an freiwillige Nachhaltigkeitssiegel und sollen Verbraucher besser vor irreführenden Umweltaussagen schützen.
Kriterien und Ausblick
Der Standard betrachtet ein Produkt von Design und Materialauswahl über Herstellung und Nutzung bis zum Produktlebensende. Die Kriterien umfassen unter anderem Materialeffizienz, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit, den Einsatz zertifizierter recycelter oder erneuerbarer Rohstoffe sowie Vorgaben zu Chemikalienmanagement und Herstellungsprozessen.
„Green Shape schafft klare Orientierung beim Kauf“, sagt Anna Rodewald, Vorstandsmitglied im Green Shape Verein. Parallel läuft bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (Dakks) die Programmprüfung auf Akkreditierungsfähigkeit. Deren Bestätigung nennt der Verein ein wichtiges Ziel.
Mit der ersten Zertifizierung steht Green Shape nun allen Textil- und Outdoormarken offen, die die Anforderungen erfüllen und unabhängig prüfen lassen möchten.