Schlechte Verbraucherstimmung: HDE-Konsumbarometer sinkt im Oktober stark

Das HDE-Konsumbarometer fällt im Oktober um 1,19 Punkte auf 93,51 Punkte und liegt deutlich unter dem Vorjahreswert. Vor allem die Anschaffungsneigung der Verbraucher sinkt deutlich. Das Weihnachtsgeschäft startet damit mit gedämpften Erwartungen.
Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich zu Beginn des vierten Quartals eingetrübt. Das zeigt das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE).
Der Index fiel gegenüber September um 1,19 Punkte auf 93,51 Punkte, vor einem Jahr lag er um 2,74 Punkte höher. Damit schwindet die Hoffnung auf einen Konsumimpuls im Schlussquartal, auch die Erwartungen ans Weihnachtsgeschäft trüben sich ein.
Das Barometer erstellt das Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE auf Basis einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen. Es bildet nicht das aktuelle Kaufverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung der kommenden drei Monate. Branchenwerte, etwa für den Fahrradhandel, weist es nicht aus.
Anschaffungsneigung sinkt, Einkommenserwartung ebenso
Wesentlicher Grund ist die Anschaffungsneigung. Der Teilindex fiel um 2,32 Punkte auf 84,15 Punkte und liegt 3,78 Punkte unter dem Wert vom Vorjahr. Die Zurückhaltung verlagert sich nicht aufs Sparen: Auch die Sparneigung sinkt (der invers gebildete Teilindex stieg um 2,56 Punkte auf 110,93 Punkte).
Die Einkommenserwartungen gaben um 1,91 Punkte auf 97,28 Punkte nach: Die Befragten rechnen mit einer schwächeren finanziellen Grundlage.

Energiepreise, Inflation und Zinsen belasten
Die Energiepreise stiegen zuletzt wieder stärker, die Inflationsrate erhöhte sich im September um 0,4 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Die Preiserwartungen sanken um 2,7 Punkte auf 88,97 Punkte. Wegen der inversen Konstruktion heißt das: Die Befragten rechnen mit weiter steigender Inflation.
Noch stärker fiel die Zinserwartung: Mit 97,13 Punkten (minus 5,47 Punkte) erreicht sie den niedrigsten Stand seit Ende 2023. Die Verbraucher erwarten steigende Zinsen, nach der EZB-Anhebung um 0,25 Prozentpunkte am 10. September laut HRI plausibel. Die Konjunkturerwartungen gingen um 1,35 Punkte auf 76,97 Punkte zurück, obwohl Institute und Unternehmen die Lage besser bewerten.
Tankrabatt noch nicht eingepreist
In der Umfrage, die am 20. September endete, ist der Tankrabatt allerdings nicht berücksichtigt, den Bundestag und Bundesrat am 25. September beschlossen haben.
Bis Jahresende sinkt die Energiesteuer um 14 Cent je Liter, daraus ergibt sich eine weitere Senkung bei der Mehrwertsteuer um drei Cent.
Laut HRI bleibt der private Konsum trotz des leichten gesamtwirtschaftlichen Wachstums kein wesentlicher Treiber, weil der Aufschwung an großen Teilen der Bevölkerung vorbeigeht