Knapp die Hälfte rechnet mit KI-Assistenten beim Einkauf

49 Prozent der Verbraucher halten es für wahrscheinlich, dass KI-Assistenten innerhalb von fünf Jahren einen Großteil ihrer Besorgungen übernehmen. Die Kontrolle behalten wollen die meisten selbst.
Agentic Commerce, also das Einkaufen über KI-Agenten, ist vielen Verbrauchern bereits ein Begriff: 67 Prozent der Befragten geben an, das Prinzip zu verstehen. Das schreibt Technikredakteur Boris Boden im deutschen Telekommmunikationsfachportal Telecom Handel und bezieht sich auf eine repräsentative Folgestudie von Riverty und der Finanztechnologie-Plattform Adyen.
Die Bewertung fällt gemischt aus: Jeweils rund ein Viertel steht solchen Systemen eindeutig positiv beziehungsweise negativ gegenüber, die übrigen Befragten sind eher abwartend oder skeptisch.
Zentral für die Akzeptanz ist die Kontrolle. Für 21 Prozent ist sie der wichtigste Faktor für das Vertrauen in einen KI-Einkaufsassistenten, 19 Prozent nennen den Schutz vor Betrug, 14 Prozent den Datenschutz.
Lebensmittel vor Elektronik
Knapp ein Fünftel möchte einer KI beim Einkaufen grundsätzlich nicht vertrauen. Verbraucher wollen Käufe etwa manuell bestätigen, Benachrichtigungen erhalten, Budgets festlegen und Transaktionen abbrechen können.
Entsprechend zurückhaltend sind sie bei vollautomatisierten Käufen: 48 Prozent würden einen KI-Assistenten nur für Produktrecherche und Empfehlungen nutzen und die Kaufentscheidung anschließend auf der Händlerseite selbst treffen.
16 Prozent könnten sich vorstellen, einen Agenten per Chat direkt einkaufen zu lassen, elf Prozent würden zumindest kleinere Einkäufe komplett autonom erledigen lassen. Ein Viertel lehnt jegliche Entscheidungsfreiheit für KI beim Einkauf ab, in der Altersgruppe ab 45 Jahren häufiger.
Menschlicher Support nötig
Am ehesten vertrauen Verbraucher einer KI bei Lebensmitteln und Haushaltswaren (33 Prozent). Es folgen Abonnements (25 Prozent), Tickets (24 Prozent) und Mobilität (23 Prozent). Mode und Elektronik erreichen jeweils 21 Prozent. Bei wiederkehrenden, standardisierten Einkäufen ist die Bereitschaft also größer als bei komplexeren Kaufentscheidungen. Führt eine KI den Einkauf aus, bevorzugen 51 Prozent den Rechnungskauf.
56 Prozent wünschen sich bei Problemen mit einem Produkt oder einer Lieferung weiterhin direkten menschlichen Support, nur sechs Prozent wollen gar keinen direkten Kontakt mehr zum Händler. Für Händler geht es damit nicht allein darum, für KI-Systeme auffindbar und kaufbar zu sein.
Sie müssen auch bei Service, Bezahlung und Kundenkommunikation weiterhin im direkten Austausch mit den Verbrauchern bleiben.
Für die Studie befragte das Marktforschungsunternehmen Appinio vom 14. bis 17. August 2026 im Auftrag von Riverty und Adyen 1.000 Personen in Deutschland.