Die Werkstatt gewinnt: SAZbike-Sonderheft wertet Händlerumfrage aus

Das neue SAZbike-Sonderheft „Die Werkstatt gewinnt“ wertet eine Händlerumfrage zum Servicegeschäft aus. Im Schnitt stammt mehr als ein Drittel des Umsatzes aus der Werkstatt, bei kleinen Betrieben die Hälfte. Weitere Themen sind Fachkräfte, Rückrufvergütung und E-Bike-Akkus.
Lag der Umsatzanteil der Werkstatt in früheren SAZbike-Abfragen lange bei knapp 20 Prozent, ist es inzwischen mehr als ein Drittel. Bei kleinen, inhabergeführten Betrieben trägt sie im Schnitt die Hälfte. Das zeigt die SAZbike-Umfrage „Social Media & Werkstatt“ vom August 2026 unter Fachhändlerinnen und Fachhändlern, auf der das Sonderheft „Die Werkstatt gewinnt“ aufbaut.
Weitere Beiträge behandeln die Probleme der Branche. Robert Peschke, Geschäftsführer von Little John Bikes, fordert gegen den Fachkräftemangel nachvollziehbare Karrierewege.
Bei Rückrufen deckt die Pauschale der Hersteller den Aufwand aus Sicht fast aller Betriebe nicht oder nur teilweise. „Rückrufe werden nicht annähernd angemessen erstattet. Das ist keine Ausnahme, sondern die Regel“, sagt Uwe Wöll, Geschäftsführer des Verbunds Service und Fahrrad (VSF).
Einrichtung: Das Rad kommt zum Mechaniker
Der Beitrag „Arbeitsplatz mit Hebelwirkung“ widmet sich der Werkstatteinrichtung. Ein E-Bike mit 25 oder 30 Kilogramm ist längst normal, Lastenräder wiegen schnell mehr als 50 Kilogramm. Elektrische Montageständer und Hebetechnik gelten den befragten Experten deshalb nicht mehr als Komfort, sondern als professionelles Arbeitsmittel.
Geplant werden sollte vom Weg des Rads durch die Werkstatt aus und nicht von einzelnen Möbeln. Anschlüsse für Laptop, Strom und Netzwerk lassen sich nachträglich nur aufwendig einbauen.
"Ein Fahrrad sollte zur Mechanikerin oder zum Mechaniker kommen, nicht die Mechanikerin oder der Mechaniker ständig in einer ungünstigen Position zum Bike", sagt Tobias Baumeister, Gründer des Montageständer-Herstellers X10.
KI: Erst die Daten, dann die Software
„Die Werkstatt lernt dazu“ fragt, was KI im Werkstattalltag bereits leistet. Gut jede vierte befragte Werkstatt nutzt entsprechende Tools, vor allem als Wissensdatenbank, für Schulungen und Dokumentation.
Anbieter wie App-Room und Tridata trennen zudem zwischen Digitalisierung und echter KI: Terminbuchung oder Kundenhistorie seien zunächst die Datenbasis, auf der KI erst arbeiten könne. Jasmin Jonietz, AI Strategy Lead der Ebner Media Group, rät, wiederkehrende Aufgaben wie Inspektionserinnerungen an eine KI zu übergeben.
Martina Kamberger, Marketingleiterin des Warenwirtschaftsanbieters Tridata, zieht die Grenze beim Menschen: „KI soll vorschlagen, vorbereiten und entlasten. Der Mensch soll entscheiden.“