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Mount7 im Interview: Was ein eigenes Festival dem Fachhandel bringt

Foto: Mount7, Max Schumann

Am 9. und 10. Oktober lädt der Freiburger Fachhändler Mount7 zum dritten Mal zu seinem Bike Festival. Marketing Managerin Jeannine Hofmann erklärt im SAZbike-Interview, warum Rennrad und Gravel mehr Raum bekommen, wie der Händler die Hersteller einbindet und woran er den Erfolg misst.

Für zwei Tage wird der Parkplatz gegenüber dem Mount7-Stammsitz in Freiburg-Haid zur Teststation. Über zwanzig Hersteller und Marken sind als Aussteller angekündigt, darunter Santa Cruz, Cervélo, Trek, Transition, Mondraker und Giant.

Die Testflotte reicht vom Rennrad über das Gravelbike bis zum E-MTB. Dazu kommen geführte Ausfahrten für unterschiedliche Leistungsniveaus, eigene Women Ride-Outs, Komoot-Routen und Workshops. Eintritt und Testfahrten sind kostenlos, der Händler rechnet mit 450 bis 700 Besuchern. Testräder lassen sich seit dem 30. September online reservieren.

"Bei hochwertigen Rädern ist die Probefahrt oft der entscheidende Schritt“

Jeannine Hofmann,

Mount7 betreibt in Freiburg zwei Ladengeschäfte mit Werkstatt sowie ein Montage- und Logistikzentrum und verkauft zusätzlich online. Für 2025 nennt das Unternehmen einen Umsatz von rund 28 Millionen Euro bei etwa 100 Mitarbeitenden. Ein eigenes Testevent bindet Personal, Fläche und Herstellerkontakte. SAZbike wollte wissen, was es einem Händler dieser Größe bringt.

Jeannine Hofmann ist Marketing Managerin bei Mount7 und gehört zum Team, das das Festival organisiert. Im SAZbike-Interview erklärt sie, warum zwei Stunden auf dem Testrad oft den Kauf entscheiden, wie Mount7 über zwanzig Marken auf den eigenen Parkplatz holt und wieso sich der eigentliche Erfolg erst Wochen nach dem Festival zeigt.

SAZbike: Frau Hofmann, warum legen Sie beim diesjährigen Festival einen stärkeren Fokus auf Road und Gravel?

Jeannine Hofmann: Rennrad und Gravel sind bei uns in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Es interessieren sich deutlich mehr Leute dafür, und im Laden fragen immer mehr Kundinnen und Kunden nach einer Probefahrt auf dem Rennrad. Auch unsere Rennrad-Ride-Outs waren in der Vergangenheit immer gut besucht. Deshalb haben wir dieses Jahr mehr Rennräder und Gravelbikes zum Testen dabei, eigene Routen für beides und mehrere geführte Ausfahrten.

SAZbike: Über zwanzig Marken sind als Aussteller dabei. Wie gewinnen Sie die Hersteller dafür?

Hofmann: Mit vielen Marken arbeiten wir das ganze Jahr über eng zusammen, und wir sprechen sie persönlich an. Für die Hersteller ist das Festival eine Gelegenheit, ihre Räder direkt bei Endkunden zu zeigen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, bei einer ausgiebigen Testfahrt statt einer kurzen Runde. Viele bringen dafür mehr mit als nur Testräder und bieten zum Beispiel auch Workshops, Vermessungen oder kleine Challenges an.


SAZbike: Welche Rolle spielt das Festival für Ihren Abverkauf, gerade mit den Festival-Konditionen?

Hofmann: Bei hochwertigen Rädern ist die Probefahrt oft der entscheidende Schritt vor dem Kauf. Auf dem Festival können wir sie so anbieten, wie es im Alltag kaum möglich ist: mehrere Modelle hintereinander, zwei Stunden statt einer kurzen Runde und dazu die Beratung direkt vom Hersteller. Die Hersteller beraten an ihren Ständen, den Kauf wickeln wir als Händler ab. Wer sich schon auf dem Festival entscheidet, bekommt Festival-Konditionen. Sie gelten nur an den beiden Festivaltagen, auf alle aktuell nicht reduzierten Räder, bei Kauf oder Anzahlung vor Ort und auch beim Dienstrad-Leasing über Jobrad.

SAZbike: Woran machen Sie fest, ob sich der Aufwand für Sie lohnt?

Hofmann: Wir werten das Festival nach festen Kennzahlen aus, unter anderem Besucherzahl, gebuchte Testfahrten und Verkäufe, auf dem Festival selbst und in den Wochen danach. Genauso wichtig sind uns die Rückmeldungen von Besuchern und Herstellern. Vieles zeigt sich ohnehin erst später: wenn Leute, die uns auf dem Festival kennengelernt haben, zur Beratung, zum Kauf oder mit ihrem Rad zum Service zu uns kommen.

SAZbike: Was bedeutet so ein Event für die Kundenbindung im stationären Fachhandel, auch im Wettbewerb mit dem Online-Handel?

Hofmann: Ein Festival zeigt, was Fachhandel vor Ort ausmacht: Man kann Räder ausgiebig fahren, mit Menschen reden, die sich auskennen, und trifft andere, die die gleiche Leidenschaft haben. Der erste Kontakt fällt leichter als im Laden, weil man einfach vorbeikommen und fahren kann, ohne dass gleich ein Verkaufsgespräch daraus wird. Wer uns so kennenlernt, kommt auch später mit Fragen oder zum Service zu uns. Aus solchen Begegnungen entsteht Bindung.

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