Apfel trifft Radfahrerin am Kopf: Sachverständiger warnt vor kurioser Gefahr

Auf einem Radweg hat ein herabfallender Apfel eine Radfahrerin ohne Helm getroffen. Der Sachverständige Ernst Brust war Augenzeuge des Vorfalls und warnt vor dem kuriosen Risiko.
Ein Apfel aus einem über den Radweg ragenden Baum hat im September eine entgegenkommende Radfahrerin am Kopf getroffen. Ernst Brust, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Mikromobilität, war nach eigener Darstellung mit dem Rad unterwegs und beobachtete den Vorfall unmittelbar. Die Frau trug keinen Helm. Brust bot seine Hilfe an, die Radfahrerin lehnte ab. Nach seinen Angaben war jedoch erkennbar, dass sie starke Schmerzen hatte.
Berechnung unter vereinfachten Annahmen
Brust hat den Aufprall überschlägig durchgerechnet. Er legt einen Apfel von 180 Gramm, eine Fallhöhe von zwei Metern und eine Fahrgeschwindigkeit von 25 km/h zugrunde. Im freien Fall erreicht der Apfel demnach rund 6,3 m/s (22,6 km/h). Setzt man Fall- und Fahrbewegung im rechten Winkel zueinander an, ergibt sich eine relative Kontaktgeschwindigkeit von etwa 9,35 m/s (33,7 km/h) und eine Bewegungsenergie von rund 7,9 Joule. Luftwiderstand, Kopfbewegung, Verformung des Apfels und Kontaktfläche sind nicht berücksichtigt. Aus dem Energiewert allein lasse sich daher keine Verletzungsschwere ableiten, räumt Brust ein.
Schreckreaktion als zusätzliches Risiko
Als weiteren Faktor nennt der Sachverständige die Reaktion auf den unerwarteten Schlag. Sie könne eine Schreckreaktion sowie unkontrollierte Lenk- oder Bremsbewegungen auslösen. Bei 25 km/h legt ein Fahrrad pro Sekunde fast sieben Meter zurück, ein Kontrollverlust kann somit zu einem schweren Sturz führen. Brust folgert, dass Kopfschutz nicht nur bei klassischen Verkehrsunfällen von Bedeutung sei, da auch unerwartete äußere Einwirkungen während der Fahrt auftreten könnten.
Gerade im Herbst hängt an manchem Radweg Obst über dem Weg. Ob Apfel, Nuss oder Kastanie: Wer unter Bäumen durchfährt, sollte mit Überraschungen von oben rechnen und hat nun einen weiteren Grund einen Helm zu tragen.