Schwalbe bringt sein Reifenrecycling nach Österreich

Schwalbe weitet sein Rücknahme- und Recyclingsystem für Fahrradreifen erstmals über Deutschland hinaus aus. Den Anfang macht ein Pilotprojekt in Österreich, die Niederlande, Belgien und Luxemburg folgen. Im Verlauf des Jahres 2027 soll das System in allen vier Ländern laufen.
Schwalbe stellt sein in Deutschland entwickeltes Reifenrecycling erstmals auch außerhalb des Heimatmarkts zur Verfügung. Den Anfang macht Österreich: Dort läuft ab sofort ein Pilotprojekt mit ausgewählten Händlerinnen und Händlern, mit dem der Reifenhersteller Abläufe und Prozesse testet. Der operative Start ist für den Verlauf des Jahres 2027 vorgesehen.
In den kommenden Monaten sollen zudem Pilotprojekte in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg folgen; bis zum Jahr 2027 will das Familienunternehmen das System in allen vier Ländern etabliert haben.
Mehr als 2,6 Millionen Reifen gesammelt
Für Radfahrerinnen und Radfahrer ändert sich damit vor Ort wenig, das Prinzip bleibt gleich: Gebrauchte Fahrradreifen aller Marken lassen sich beim teilnehmenden Fachhandel abgeben. Das Verfahren entspricht dem in Deutschland eingeführten.
Gestartet war das Programm im Juli 2022, entwickelt gemeinsam mit der TH Köln und der Pyrum Innovations AG. Ein vergleichbares Rücknahme- und Recycling-System für Fahrradreifen habe es zu diesem Zeitpunkt weltweit nicht gegeben, so das Unternehmen. Inzwischen beteiligen sich nach Schwalbe-Angaben über 2.000 Fachhändlerinnen und Fachhändler; seit 2022 wurden mehr als 2,6 Millionen gebrauchte Reifen gesammelt und recycelt.
So funktioniert das Verfahren
Im Fachhandel landen die Altreifen in Recycling-Boxen und gehen von dort an den Recycling-Partner Pyrum Innovations AG. Dort werden sie zerkleinert und in Gummigranulat, Stahl und Gewebe getrennt. Im anschließenden Pyrolyseverfahren entstehen Sekundärrohstoffe, darunter recovered Carbon Black (RCB) und Pyrolyseöl, die stofflich weiterverwendet werden. Das ebenfalls anfallende Prozessgas dient zum Betrieb der Anlage.
Nach Schwalbe-Angaben verursacht das gewonnene RCB je Tonne rund 73 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als fossiler Industrieruß. Rund 70 Prozent seines Produktportfolios stellt das Unternehmen inzwischen unter Einsatz des recycelten Materials her. Für seine Rohstoffkreisläufe erhielt Schwalbe unter anderem den Energy Efficiency Award der Deutschen Energie-Agentur.