Tüv-Studie: Deutsche wollen sichere Radwege und Fahrradparkplätze

83 Prozent der Bundesbürger wünschen sich sichere Radwege und Fahrradparkplätze. Gleichzeitig fällt das Urteil über Zustand und Sicherheit der Infrastruktur schlecht aus. Die Tüv Mobility Studie 2026 zeigt zudem, dass Elektroräder auf dem Land besonders verbreitet sind.
Die Zustimmung zu mehr Radverkehr ist deutlich größer, sobald es um konkrete Infrastruktur geht. Während 51 Prozent eine stärkere politische Förderung des Fahrradverkehrs wünschen, befürworten 83 Prozent den Ausbau sicherer Fahrradwege und Fahrradparkplätze. Das zeigt die „Tüv Mobility Studie 2026“, für die Forsa im Auftrag des Tüv-Verbands 2.504 Menschen ab 18 Jahren befragt hat.
Dem Wunsch nach besseren Bedingungen steht eine kritische Bestandsaufnahme gegenüber. 67 Prozent bewerten den Zustand von Straßen, Rad- und Gehwegen in ihrem Wohnort als eher schlecht oder sehr schlecht. Die Hälfte hält die Verfügbarkeit von Radwegen für unzureichend, 47 Prozent auch die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und E-Bikes.
Noch deutlicher fällt das Urteil bei der Verkehrssicherheit aus: 56 Prozent schätzen die Sicherheit für Radfahrende in ihrem Wohnort als gering ein. 47 Prozent meinen zudem, dass deren Belange bei der Verkehrsplanung zu wenig berücksichtigt werden. Unter Menschen, die fast täglich Rad fahren, steigt dieser Anteil auf 75 Prozent.

Getrennte Radwege stehen weit oben
Bei den Sicherheitsmaßnahmen setzt die Studie klare Schwerpunkte: 86 Prozent halten die Instandhaltung und Räumung von Radwegen im Winter für wichtig, 81 Prozent den Ausbau von Radwegen, die vom Autoverkehr getrennt sind. 72 Prozent wünschen sich ausreichend Abstellflächen.
„Die Bedürfnisse der schwächeren Verkehrsteilnehmer müssen zum verbindlichen Maßstab werden“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des Tüv-Verbands. Der Verband fordert, die Vision Zero stärker in der Verkehrspolitik zu verankern und die Radverkehrsinfrastruktur auszubauen.

Elektroräder besonders in kleinen Orten verbreitet
Für die Fahrradbranche relevant ist auch das Stadt-Land-Gefälle. In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern nutzen 18 Prozent regelmäßig ein E-Bike oder S-Pedelec, in Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern sind es 6 Prozent. Beim klassischen Fahrrad zeigt sich das umgekehrte Bild: 14 Prozent in kleinen Orten stehen 26 Prozent in Metropolen gegenüber.
Gleichzeitig bleibt auf dem Land die Autoabhängigkeit hoch: In Orten unter 5.000 Einwohnern fahren 96 Prozent mindestens einmal pro Woche Auto, den ÖPNV nutzen nur 8 Prozent. Das Elektrorad hat damit außerhalb der Großstädte eine hohe Bedeutung. Für weniger Autoverkehr in Innenstädten halten außerdem 69 Prozent die Förderung des Radverkehrs für geeignet. Die Studie zeigt damit eine klare Lücke zwischen Anspruch und Infrastruktur.