Nach 7Anna-Insolvenz: Gute Aussicht für Rondo, NS Bikes und Creme

Nach der Insolvenz der polnischen 7Anna Group soll Storm Riders wesentliche Vermögenswerte und die Marken Rondo, NS Bikes und Creme übernehmen. Produktion, Vertrieb und Service sollen neu aufgestellt werden, während Teile des bisherigen Entwicklerteams an Bord bleiben.
Knapp ein Jahr nach dem Insolvenzantrag der polnischen 7Anna Group ist die Zukunft ihrer Fahrradmarken geklärt. Storm Riders, ein mit dem polnischen Fahrradhersteller Storm verbundenes Unternehmen, hat wesentliche Vermögenswerte sowie die Markenrechte von Rondo, NS Bikes und Creme übernommen.
Storm Riders übernimmt dabei nicht die bisherige 7Anna Group als Gesellschaft, sondern Teile des Unternehmens. Zum Paket gehören neben den Markenrechten unter anderem Fahrräder, Komponenten sowie Service- und Garantieteile. Ein Teil des bisherigen Teams soll weiter für die Marken arbeiten. Dazu zählt auch Szymon Kobyliński, Gründer von NS Bikes und Mitinitiator von Rondo.
„Rondo bleibt Rondo, NS bleibt NS – mit denselben Leuten, derselben Leidenschaft und demselben Ansatz zum Radfahren, der ihre Position über die Jahre aufgebaut hat“, sagt Adam Ziętek, Gründer und Inhaber von Storm. Storm Riders solle vor allem für mehr Stabilität, Produktionskapazität und eine belastbarere Infrastruktur sorgen.
Auch NS Bikes hat sich inzwischen mit einer eigenen Mitteilung zurückgemeldet. Nach einer rund zehnmonatigen Pause spricht die Marke von einem „neuen Kapitel“. Dabei verweist sie auf ihre mehr als 20-jährige Geschichte im Dirt- und Gravity-Segment sowie auf Erfolge bei Wettbewerben wie Red Bull Rampage und Crankworx. Zugleich kündigt NS Bikes mehrere neue Projekte an, die sich bereits in der Entwicklung befinden.
Produktion wandert zu Storm
Ein wesentlicher Schritt ist die Verlagerung der Produktion in die eigene Fertigung der Storm-Gruppe. Dadurch will das Unternehmen Beschaffung, Produktionsplanung und Lieferzeiten stärker kontrollieren. Zugleich sollen Ersatzteile und Servicekomponenten wieder verlässlicher verfügbar sein.
Für neu über Storm Riders verkaufte Fahrräder will das Unternehmen die volle Verantwortung übernehmen. Bei bereits zuvor verkauften Bikes von Rondo, NS Bikes und Creme soll ebenfalls Unterstützung angeboten werden, allerdings abhängig vom jeweiligen Fall und von der Herkunft der Produkte.
Auch die Vertriebsstrategie soll sich verändern. Künftig will Storm Riders stärker mit stationären Fachhändlern und ausgewählten Handelspartnern arbeiten. Für den Export ist ein Modell mit lokalen Partnern und Agenten vorgesehen, anstatt sich auf wenige große Distributoren zu stützen.
Neue Modelle ab 2027
Kurzfristig sollen zunächst vorhandene und überarbeitete Modelle zurück in den Handel kommen. Für NS Bikes ist innerhalb der kommenden Monate eine neue Dirt-Kollektion angekündigt, bei Rondo sollen zunächst aktualisierte Modelle folgen.
Für 2027 plant das Team umfassendere Produktneuheiten. Bei Rondo soll das Sortiment stärker fokussiert werden. Geplant sind künftig drei zentrale Ausrichtungen für Adventure, Allroad und Gravel. Als eines der ersten neuen Modelle kündigte Kobyliński das Rondo „RVSH“ an, das als besonders sportlich ausgelegtes Gravel- und Allroad-Modell positioniert werden soll.