TU Dresden entwickelt Plattform für kommunale Radverkehrsplanung

Mit der Webplattform "Radsim" unterstützt die Technische Universität Dresden Kommunen dabei, Auswirkungen geplanter Maßnahmen auf den Radverkehr vorab zu untersuchen. Grundlage sind wissenschaftliche Modelle, die unter anderem Veränderungen bei Routenwahl und Verkehrsströmen simulieren.
Die Anwendung entstand im Forschungsprojekt "Radverkehrssimulation zur Verbesserung der kommunalen Radverkehrsplanung". Kommunen können damit verschiedene Szenarien, etwa neue Radwege, Fahrradstraßen oder Verkehrsberuhigungen, virtuell erproben und miteinander vergleichen, bevor über eine Umsetzung entschieden wird.
Basis der Simulationen sind Modelle zum Routenwahlverhalten von Radfahrerinnen und Radfahrern. Sie wurden an der Professur für Verkehrsökologie der TU Dresden auf Grundlage anonymisierter Bewegungsdaten aus der Stadtradeln-App entwickelt. Damit lässt sich unter anderem analysieren, welche Netzabschnitte durch einzelne Maßnahmen stärker oder weniger genutzt werden und wie sich Radverkehrsströme innerhalb einer Kommune verlagern.
"Mit Radsim stellen wir erstmals ein wissenschaftliches Werkzeug bereit, mit dem sich unterschiedliche Planungsvarianten bereits vor ihrer Umsetzung realitätsnah simulieren lassen", sagt Projektleiter Dr.-Ing. Stefan Huber. Damit sollen Planungs- und Investitionsentscheidungen auf eine belastbarere Datengrundlage gestellt werden.
Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Das Gesamtvolumen beträgt 621.456,74 Euro. Teilnehmende Kommunen der Kampagne Stadtradeln können Radsim kostenfrei nutzen, sofern eine ausreichende Datengrundlage vorhanden ist.