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"Branchenbericht Fahrräder": Fahrradmarkt sinkt 2025 auf 9,4 Milliarden Euro

Foto: KI-generiert mit ChatGPT

Der deutsche Fahrradmarkt hat 2025 erneut Umsatz eingebüßt. Das Marktvolumen sank laut IFH Köln und BBE Handelsberatung um 5,1 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig gewinnen Gravelbikes, Kinder- und Jugendräder sowie größere Fachmärkte an Bedeutung.

Der deutsche Fahrradmarkt bleibt unter Druck. Nachdem der jüngst veröffentlichte Bicycle Industry and Market Profile von European Cycling Industries für Europa eine zunehmende Stabilisierung erkennen lässt, zeigt der "Branchenbericht Fahrräder 2026" von IFH Köln und BBE Handelsberatung für Deutschland weiterhin eine rückläufige Umsatzentwicklung. Mehr zur Entwicklung des europäischen Fahrradmarkts lesen Sie hier.

Das Marktvolumen auf Endverbraucherebene sank 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Damit verzeichnet der deutsche Fahrradmarkt bereits den dritten Umsatzrückgang in Folge. Trotz der anhaltenden Korrektur liegt das Marktvolumen nach Angaben der Studienautoren weiterhin deutlich über dem Niveau vor dem Corona-Boom.

"Der dritte Rückgang in Folge zeigt: Der Radmarkt befindet sich in der Konsolidierung", sagt Florian Schöps, Manager Unternehmensberatung bei der BBE Handelsberatung. Während viele Händler unter Druck gerieten, könnten strategisch gut aufgestellte Unternehmen die Marktphase nutzen, um ihre Position zu stärken. Entscheidend seien unter anderem optimierte Prozesse, eine klare Positionierung und eine konsequente Steuerung der Unternehmenskennzahlen.

Foto: IFH Köln | BBE Handelsberatung

Straßensporträder und Gravel gewinnen

Innerhalb des insgesamt rückläufigen Markts entwickeln sich einzelne Warengruppen positiv. Vor allem Straßensporträder einschließlich Gravelbikes konnten laut Studie ihre Marktanteile ausbauen.

Auch im E-Bike-Markt, der sich insgesamt rückläufig entwickelte, gibt es einzelne Wachstumsfelder. Dazu zählen insbesondere E-Gravelbikes. Ihr Anteil am Gesamtmarkt ist bislang zwar noch vergleichsweise klein, sie gehören nach Angaben von IFH und BBE aber zu den wachstumsstärkeren Segmenten. Ebenfalls positiv entwickelten sich weitere Kategorien wie elektrische Allterrain-Bikes.

"Gravelbikes haben das Segment der Straßensporträder nachhaltig verändert und für deutlich mehr Dynamik gesorgt", sagt Christoph Lamsfuß, Senior Projektmanager am IFH Köln. Die Räder verbänden sportliche Nutzung mit Alltagstauglichkeit und sprächen damit eine breitere Zielgruppe an als klassische Rennräder.

Ähnliche Potenziale sieht Lamsfuß bei E-Gravelbikes. Durch ihren vielseitigen Einsatz bei Touren, in der Freizeit und im Alltag könnten sie zusätzliche Nachfrage erschließen.

Kinder- und Jugendräder mit positiver Entwicklung

Auch Kinder- und Jugendräder setzen sich vom rückläufigen Gesamtmarkt ab. Nach Einschätzung der Studienautoren profitiert das Segment derzeit unter anderem von den höheren Geburtenzahlen während der Corona-Pandemie.

Die Entwicklung zeigt, dass sich der Marktrückgang nicht gleichmäßig über alle Produktgruppen verteilt. Für Hersteller und Handel gewinnen damit jene Segmente an Bedeutung, die sich vom allgemeinen Konsolidierungstrend abkoppeln können.

Foto: Jobrad

Große Fachmärkte bauen Marktanteile aus

Veränderungen zeigen sich zugleich bei den Vertriebsstrukturen. Der Fahrradfachhandel bleibt laut IFH und BBE mit Abstand der wichtigste Vertriebsweg. Innerhalb dieses Kanals gewinnen größere Fachmärkte und Filialisten jedoch weiter an Bedeutung.

Zu ihren Vorteilen zählen breite Sortimente sowie größere Verkaufs- und Präsentationsflächen. Insbesondere bei E-Bikes und Lastenrädern können diese Strukturen eine wichtige Rolle spielen.

Für kleinere und mittelständische Händler wird dagegen die Profilierung über Dienstleistungen wichtiger. Viele Betriebe setzen verstärkt auf Werkstatt-, Service- und Reparaturangebote und erschließen damit zusätzliche Ertragsquellen neben dem Verkauf von Neurädern.

Die Entwicklung unterstreicht, dass sich die Konsolidierung des Fahrradmarkts nicht nur auf Hersteller und Sortimente auswirkt, sondern zunehmend auch die Strukturen im Handel verändert.

Händlerzahl bislang vergleichsweise stabil

Trotz des wirtschaftlichen Drucks ist die Zahl der Marktteilnehmer nach Angaben der Studie bislang nur moderat zurückgegangen. Seit 2016 seien insgesamt 124 Fahrradhändler aus dem Markt ausgeschieden.

Damit zeigt sich die Konsolidierung bisher weniger in einem flächendeckenden Rückgang der Händlerzahl als in Verschiebungen innerhalb des Markts. Größere Anbieter gewinnen Marktanteile, während kleinere Betriebe stärker auf Spezialisierung, Beratung und Service setzen.

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