Neue Cycling-Strategie: Fantic Group bündelt Kräfte von Fantic und Bottecchia

Foto: Fantic
Die Fantic Group richtet ihre Fahrradsparte neu aus. Fantic und Bottecchia sollen eigenständig positioniert bleiben, zugleich aber zentrale Funktionen, Technologie und Vertrieb enger verzahnen. Auch Graziella erhält eine neue Perspektive.
Die Fantic Group stellt ihre Business Unit Cycling organisatorisch und strategisch neu auf. Im Mittelpunkt stehen die beiden Marken Fantic und Bottecchia, die künftig klarer positioniert werden sollen, zugleich aber stärker auf gemeinsame Strukturen und Ressourcen zurückgreifen. Geplant ist eine integrierte Steuerung zentraler Funktionen wie Personal, Forschung und Entwicklung, Logistik sowie Verwaltung.
Ziel der Neuordnung ist es, Prozesse zu vereinheitlichen, Entwicklungszeiten zu verkürzen und schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können. Dabei sollen Fantic und Bottecchia ihre jeweils eigenständige Markenidentität behalten. Fantic konzentriert sich vor allem auf leistungsorientierte E-Mountainbikes, Bottecchia auf die Segmente Road und Gravel.
Auch international verfolgt die Gruppe unterschiedliche Schwerpunkte. Fantic Motor Ebikes soll seine Präsenz insbesondere in europäischen Märkten wie Deutschland, Polen, Spanien, Frankreich und den Benelux-Staaten ausbauen. Bottecchia richtet den Blick dagegen verstärkt auf Asien und die USA. Nach Angaben des Unternehmens umfasst das direkt gesteuerte europäische Vertriebsnetz derzeit rund 300 Händler für Fantic und 600 Händler für Bottecchia.
Ein weiterer Bestandteil der Strategie ist der stärkere Wissenstransfer zwischen der Motorrad- und der Fahrradsparte. Technische Erfahrungen aus dem High-Performance-Motorradbereich sollen unter anderem in die Rahmenentwicklung neuer E-Mountainbikes einfließen. Parallel baut Fantic seine Technologiepartnerschaften aus. Bosch liefert den Antrieb für die neuen E-MTB-Plattformen Sierra und Ridge. Ein weiteres Modell sowie zusätzliche Neuheiten für die Saison 2027 sollen Anfang September 2026 beim Italian Bike Festival in Misano vorgestellt werden.
„Wir schaffen eine echte industrielle Plattform im Cycling-Sektor, auf der Fantic und Bottecchia ihre jeweilige Markenidentität bewahren, gleichzeitig aber Kompetenzen, Prozesse und eine gemeinsame Vision teilen“, erklärt Costantino Sambuy, CEO der Fantic Group. Damit wolle das Unternehmen die Produktentwicklung beschleunigen und die operative Stabilität erhöhen.
Auch das Bottecchia-Portfolio soll überarbeitet werden. Geplant sind eine schlankere Modellpalette und mehr Individualisierungsmöglichkeiten. Das 100-jährige Bestehen der Marke im Jahr 2026 soll zugleich den Ausgangspunkt für die weitere Neupositionierung bilden.
Nach Angaben von Nicola Baggio, Leiter der Business Unit Cycling der Fantic Group und Generaldirektor von Bottecchia, wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits Lagerbestände und Logistikstandorte rationalisiert. Künftig sollen weitere Unternehmensfunktionen und technologische Infrastrukturen zusammengeführt werden. Mittelfristig prüft die Gruppe zudem eine Neupositionierung der Marke Graziella im Bereich Urban Mobility.