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Fraunhofer IST überführt COAD-Technologie in Serienproduktion

Foto: Andreas Rudolph

Das Fraunhofer IST hat gemeinsam mit Rohloff und Tantec den COAD-Plasmaprozess in die Serienfertigung von Fahrradkomponenten überführt. Für den Technologietransfer zählten die Partner zu den Finalisten des Technologietransferpreises 2026 der IHK Braunschweig.

Ein vom Fraunhofer IST entwickeltes Plasmaverfahren ist erfolgreich in die industrielle Fertigung von Fahrradkomponenten übertragen worden. Für diesen Technologietransfer zählten das Institut, die Rohloff AG und Tantec A/S zu den Finalisten beim Technologietransferpreis 2026 der IHK Braunschweig.

Nominiert wurde das Projekt für die Überführung der COAD-Technologie in einen konkreten Anwendungsfall bei Rohloff. Ausgangspunkt war die Abdichtung eines Kugellagers in einer hochkompakten Fahrradkomponente. Da der verfügbare Bauraum keine konventionelle Dichtung zuließ, wurde eine Flüssigdichtung geprüft, deren Haftung auf der metallischen Oberfläche zunächst nicht ausreichte.

Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST passte dafür den COAD-Prozess an. COAD steht für Controlled Adhesion. In dem Plasmaprozess wird die Metalloberfläche gezielt gereinigt und mit einer nanometerdünnen Funktionsschicht versehen. Dadurch lässt sich die Haftung von Dichtstoffen dauerhaft und reproduzierbar verbessern, ohne Lösungsmittel einzusetzen.

Gemeinsam mit dem Anlagenhersteller Tantec A/S wurde das Verfahren in eine industrielle Plasmaanlage integriert und bei Rohloff in die Produktion eingebunden. Nach Angaben der Projektpartner ermöglicht die Technologie inzwischen eine stabile Serienfertigung von mehr als 200 Bauteilen pro Tag. Tantec hat den Prozess vom Fraunhofer IST lizenziert und vertreibt ihn unter der Marke Vacutec+.

„Die Teilnahme an der Preisverleihung war für uns eine wertvolle Gelegenheit, die Ergebnisse der Entwicklung einem breiten Publikum zu präsentieren“, sagte Prof. Dr. Michael Thomas, Abteilungsleiter Zirkuläre Produkte und Prozesse am Fraunhofer IST. Die Finalplatzierung zeige, welches Potenzial in der Technologie stecke und wie relevant der Transfer in die industrielle Anwendung sei.

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