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Sachverständiger warnt vor Qualitätsproblemen bei gebrauchten Pedelecs

Foto: Ernst Brust

Der Zweitmarkt für Pedelecs steht nach Einschätzung von Ernst Brust, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Mikromobilität, vor neuen Anforderungen. Grund ist die steigende Zahl von Leasing-Rückläufern, die nach Ende der Erstnutzung wieder vermarktet werden.

Der wachsende Leasing-Markt für Pedelecs könnte den Zweitmarkt vor erhebliche Qualitäts- und Sicherheitsprobleme stellen. Ernst Brust, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Mikromobilität, sieht vor allem fehlende Qualifikation bei der Aufbereitung von Leasing-Rückläufern als Risiko.

„Wir sehen aktuell eine systematische Schieflage: Der Erstmarkt wird durch Leasing-Modelle massiv gepusht – aber für die fachgerechte Aufbereitung der Rückläufer fehlt vielfach die notwendige Qualifikation“, sagt Brust. Moderne Pedelecs, technisch als EPACs bezeichnet, seien längst komplexe Systeme aus Mechanik, Elektronik und Software. Für eine sichere Wiedervermarktung reichten klassische Fahrradkenntnisse häufig nicht mehr aus.

Nach Einschätzung des Sachverständigen bestehen Defizite unter anderem bei der Diagnose von Batterie-Management-Systemen, der Bewertung des Zustands von Lithium-Ionen-Akkus, bei Software-Updates sowie bei sicherheitsrelevanten Funktionsprüfungen. Werden diese Punkte nicht fachgerecht geprüft, könnten Fahrzeuge mit verdeckten Mängeln in den Zweitmarkt gelangen.

Aus der Praxis seien bereits steigende Reklamationsquoten, sicherheitsrelevante Ausfälle, sinkende Restwerte und ein wachsender Vertrauensverlust bei Endkunden zu beobachten. „Ein technisch einwandfreies Produkt wird durch fehlende Systemunterstützung und mangelnde Aufbereitung künstlich entwertet“, erklärt Brust.

Der Sachverständige sieht auch Leasing-Anbieter stärker in der Verantwortung. Diese hätten wesentlich zum Wachstum des Marktes beigetragen, müssten aber auch Strukturen für die weitere Nutzung der Fahrzeuge mitdenken. „Ein Pedelec ist kein Einwegprodukt. Es handelt sich um ein langlebiges technisches System, das über mehrere Nutzungszyklen hinweg sicher betrieben werden muss.“

Brust fordert deshalb spezialisierte Ausbildungsprogramme, zertifizierte Refurbishment-Prozesse, gesicherten Zugang zu Ersatzteilen und Software sowie verbindliche Qualitätsstandards. Nur so könne der Zweitmarkt Restwerte stabilisieren, Ressourcen schonen und das Vertrauen der Kunden erhalten.

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