
SAZbike 7/2026: Mit KI auf der Überholspur – Warum die Branche jetzt Strukturen anpassen muss

Die aktuelle Ausgabe der SAZbike analysiert die Herausforderungen und anstehenden Strukturveränderungen der Fahrradbranche. Im Zentrum stehen die Diskrepanz zwischen KI-Nutzung und realem Ertrag im Handel, eine Datenerhebung zu Werkstattpreisen von Gravelbikes sowie die fortschreitende Ausdifferenzierung urbaner Mobilitätskonzepte.
Mehr zur neuen Ausgabe findet ihr in der heutigen SAZbike-Topnews!

Porsche stellt E-Bike-Antriebsgeschäft ein
Porsche zieht sich aus der Entwicklung und Vermarktung eigener Antriebssysteme für E-Bikes zurück. Die Porsche E-Bike Performance GmbH mit Sitz in Ottobrunn soll im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG eingestellt werden. Betroffen sind rund 360 Beschäftigte an den Standorten Ottobrunn und Zagreb.
Das Unternehmen war gemeinsam mit der Pon-Tochter Ponooc Investment B.V. aufgebaut worden, um E-Bike-Antriebssysteme zu entwickeln und international zu vermarkten. Porsche begründet die Entscheidung mit grundlegend veränderten Marktbedingungen in diesem Segment. Damit bewertet der Sportwagenhersteller das Geschäft heute deutlich anders als 2022, als Porsche nach der vollständigen Übernahme des in München gegründeten E-Bike-Antriebsanbieters Fazua GmbH noch auf eine stärkere Rolle im Markt für Fahrrad- und E-Bike-Mobilität setzte.
Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, ordnet die Maßnahme in die laufende strategische Neuaufstellung ein: „Wir müssen uns wieder auf unser Kerngeschäft konzentrieren. Das ist die unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung. Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten – auch bei unseren Tochtergesellschaften.“
Neben Porsche E-Bike Performance sind weitere Beteiligungen und Tochtergesellschaften von der Neuausrichtung betroffen. Porsche plant den Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group. Zudem sollen die Cellforce Group GmbH in Kirchentellinsfurt und die Cetitec GmbH in Pforzheim eingestellt werden. Insgesamt betreffen die angekündigten Maßnahmen mehr als 500 Beschäftigte.
Wie es mit Fazua weitergeht, bleibt zunächst offen. Sicher ist nach den vorliegenden Angaben, dass die Standorte von Porsche E-Bike Performance in Ottobrunn und Zagreb geschlossen werden sollen.

Cube ruft Hybrid-Modelle mit ACID-Carbon-Kurbeln zurück

Cube hat einen Produktsicherheitsrückruf für bestimmte Hybrid-Fahrräder des Modelljahres 2026 gestartet. Betroffen sind alle vor dem 8. Mai 2026 ausgelieferten Cube Hybrid Modelle, die mit ACID Carbon Hybrid Kurbelarmen ausgestattet sind.
Nach Angaben der Pending System GmbH & Co. KG, die hinter der Marke Cube steht, kann es bei diesen Rädern zu einem plötzlichen Versagen der Kurbelarme im Bereich der Pedalaufnahme kommen. Dadurch bestehe ein erhöhtes Unfallrisiko; Stürze und schwere Verletzungen könnten die Folge sein.
Der Rückruf betrifft Kurbelarme in den Längen 160, 165, 170 und 175 Millimetern sowie sämtliche Rahmengrößen. Genannt werden unter anderem Modelle der Reihen Stereo Hybrid ONE44 HPC, Stereo Hybrid ONE77 HPC, AMS Hybrid ONE44 C:62/C:68X, AMS Hybrid 177 C:62, Reaction Hybrid, Kathmandu Hybrid C:62 und Nuroad Hybrid C:62.
Besitzerinnen und Besitzer betroffener Fahrräder sollen die Nutzung sofort einstellen. Die Räder dürfen bis zur Überprüfung und zum Austausch der Kurbelarme nicht weiter gefahren werden. Prüfung und Austausch müssen durch eine fachkundige Person erfolgen, etwa über einen Cube Händler oder einen autorisierten Fachhändler. Zur weiteren Eingrenzung stellt Cube eine Rückrufseite mit Seriennummerncheck bereit. Dort können Verbraucher prüfen, ob ihr Fahrrad betroffen ist. Weitere Informationen sind zudem über die Händlersuche von Cube erhältlich.

E-Motion eröffnet neuen Standort in Eislingen

Die E-Motion-E-Bike-Gruppe baut ihr Standortnetz in Deutschland weiter aus. Am 25. April eröffnete im Landkreis Göppingen die neue E-Bike-Welt Eislingen. Der neue Betrieb in Eislingen steht unter der Leitung von Johannes Sattler und ist Teil des Franchise-Systems der Gruppe. Nach Angaben des Unternehmens soll die Eröffnung die regionale Präsenz stärken und zugleich ein Signal an potenzielle Franchise-Partner senden.
Neben der Neueröffnung setzt das Unternehmen auf die Stabilisierung bestehender Betriebe. Die E-Bike-Welten in München Süd, Nordheide und Nürnberg wurden in die zentrale Verantwortung überführt. Ziel sei es, die Standorte langfristig zu sichern und die regionale Erreichbarkeit für Kundinnen und Kunden zu erhalten.
„Unser Anspruch geht über das reine Eröffnen neuer Standorte hinaus: Wir übernehmen aktiv Verantwortung. So garantieren wir unseren Kundinnen und Kunden einzigartige Erlebnisse, regionale Nähe und bequemen Service vor Ort. Gleichzeitig halten wir so als Gruppe unser Leistungsversprechen in der gesamten DACH-Region für alle Kundinnen und Kunden stabil, egal wo sie gerade sind”, erklärt E-Motion Geschäftsführer Marc Platten.
Auch Timo Herschbach, Head of Business Development bei E-Motion, verweist auf die Bedeutung der Gruppenstruktur: „Gerade in einer anspruchsvollen Marktsituation zeigt sich die Stärke eines belastbaren Franchise-Systems. Dass wir einen neuen Standort realisieren und gleichzeitig drei Standorte sichern konnten, unterstreicht, dass E-Motion für Beständigkeit, partnerschaftliches Wachstum und unternehmerische Perspektiven steht.“

Orbea konsolidiert Umsatz 2025

Orbea hat das Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben mit stabilen Margen und einem moderaten Umsatzrückgang abgeschlossen. Auf der jährlichen Generalversammlung am 9. Mai stellte die Genossenschaft ein Modell in den Mittelpunkt, das auf profitablem Wachstum, Innovation und langfristiger Wertschöpfung basiert.
In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld mit Überangebot, Preisdruck und hoher Liquiditätsnot vieler Anbieter sank der Umsatz gegenüber 2024 um 2,3 Prozent. Die Auswirkungen auf die Margen seien laut Unternehmen gering geblieben; die Ergebnisse lägen weiterhin im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Orbea führt dies auf eine vorsichtige Vertriebsplanung, enge Marktbeobachtung und die Zusammenarbeit mit dem Handel zurück.
„Als Genossenschaft denken wir langfristig. Wir wollen ein wettbewerbsfähiges und profitables Unternehmen aufbauen, aber auch eines, das für Menschen, die Gemeinschaft vor Ort und kommende Generationen von Nutzen ist“, sagt Daniel Martínez, CEO von Orbea.
Teil dieser Ausrichtung ist ein neuer Wirkungsplan, mit dem Orbea soziale, industrielle und ökologische Verantwortung stärker im Geschäftsmodell verankern will. In den vergangenen fünf Jahren hat die Genossenschaft nach eigenen Angaben die Zahl der Arbeitsplätze verdoppelt und beschäftigt heute mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 80 Prozent im Baskenland. Knapp 20 Prozent der Ergebnisse fließen in Solidaritäts- und Sozialfonds.
Zusätzlich wurde Nagore Larrabeiti bei den turnusmäßigen Wahlen zur neuen Präsidentin der Genossenschaft gewählt. Larrabeiti ist seit mehr als 20 Jahren für Orbea tätig und war seit 2012 Finanzdirektorin.