Mit 24 Jahren an der Spitze: Laura Müller übernimmt Führung bei Lucky Bike in Hildesheim

Foto: Lucky Bike
Mit 24 Jahren übernimmt Laura Müller die Leitung der Lucky-Bike-Filiale in Hildesheim und zeigt, dass junges Alter und Führungsverantwortung keine Hürden sein müssen. In einem Interview mit SAZbike sprach sie über ihren Werdegang, die Herausforderungen und ihre Philosophie als Führungskraft.
Seit April 2026 ist Laura Müller offiziell Filialleiterin der Lucky-Bike-Filiale in Hildesheim. Nach ihrer Ausbildung im Einzelhandel im Jahr 2022 arbeitete sie zunächst kurz in Salzgitterbad, ehe sie zurück in ihre Heimat kam. Die Eröffnung der Lucky-Bike-Filiale vor knapp drei Jahren war für sie dann der ideale Moment, den nächsten Schritt zu wagen. Sie startete im Leasing-Bereich und bereits ein halbes Jahr später wurde sie stellvertretende Filialleiterin. Als ihr damaliger Vorgesetzter 2025 krankheitsbedingt ausfiel, übernahm sie vorübergehend die Leitung und ist nun offiziell Filialleiterin.
In einem Gespräch mit SAZbike erzählte sie von den Herausforderungen als junge Führungskraft, ihrer Perspektive auf die Fahrradbranche und ihrem persönlichen Weg in die Branche.
SAZbike: Hallo Frau Müller, Sie sind nun seit kurzer Zeit die offizielle Filialleitung in Hildesheim. Wie war Ihr Weg dahin und was waren Ihre größten Herausforderungen?
Laura Müller: Also ich würde sagen, die erste Herausforderung, die ich hatte, war, das System bei Lucky Bike erst mal kennenzulernen. Das ist immer für jeden eine Herausforderung, der neu bei uns anfängt. Und dann hieß es, sich zu integrieren und einfach mit Lucky Bike die Entscheidungen zu treffen und mitzugehen. Danach war die große Herausforderung, als ich ein halbes Jahr später stellvertretende Filialleitung wurde, dass ich mit einer Mannschaft von mindestens 25 Leuten klarkommen und mir da auch so ein bisschen Respekt verdienen musste. Ich bin damals auch ein sehr junges Mädel gewesen, und Respekt muss man sich in dem Sinne auch erst mal verdienen, würde ich sagen.

Foto: Lucky Bike
SAZbike: Wie haben Sie sich dann den von Ihnen angesprochenen Respekt bei Kolleginnen und Kollegen aber auch bei Kundinnen und Kunden verschafft?
Laura Müller: Das Wichtigste ist, dass man einerseits authentisch, andererseits sehr selbstbewusst ist, und dass man auf jeden Fall hinter den Aussagen steht, die man tätigt. Es macht dann auch noch was her, wenn man im System generell schon sehr clever unterwegs ist. So kann man den anderen Kolleginnen und Kollegen auch noch ein bisschen mehr von dem Ganzen beibringen und somit hat man sich Stück für Stück den Respekt verdient. Jetzt ist es so, dass die Leute tatsächlich auf mich hören.
SAZbike: Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Eigenschaft, die eine Filialleitung mitbringen sollte?
Laura Müller: Es ist wichtig, dass man mit jedem über die Problematiken, die die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter gerade hat, spricht und sprechen kann. Dass man für solche Gespräche immer zu haben ist und sich nicht nur auf das Wichtige der Zahlen fokussiert, sondern auch an das Team denkt und an deren Gesundheit, damit man da nicht irgendwas übersieht. Da muss man schon allgemein gucken, dass alles soweit stimmt und dass man für die Leute da ist.
Ich glaube, meine Kolleginnen und Kollegen schätzen hier auch sehr, dass ich immer ein offenes Ohr für sie habe.
SAZbike: Trotzdem spielen Zahlen eine zentrale Rolle. Wie würden Sie die Situation der Fahrradbranche aktuell und für die nächsten Jahre einschätzen?
Laura Müller: Daher, dass momentan die Spritpreise durch den Krieg sehr hoch sind, haben wir in der Fahrradbranche bei der Kundschaft schon bemerkt, dass viele jetzt auf E-Bikes umsteigen. Viele sind jetzt umso bestrebter, sich vielleicht ein Leasing-Bike bei Lucky Bike zu holen, um sich damit die Spritkosten zu ersparen und vielleicht auch das zweite Auto zu ersetzen. Es ist wirklich interessant, wie sich hier die Welt bewegt und wie die Situationen mitspielen, was das dann auch wiederum für den Handel bedeutet. Ich glaube, dass das immer noch kein Ende hat in der Branche. Wir sprechen immer noch von einem Wachstum, weil ja auch die Technik im Bereich E-Bikes immer weitergeht. Es wird auf jeden Fall immer einfacher für die Nutzerinnen und Nutzer an Fahrräder zu gelangen.
SAZbike: Welche Tipps können Sie jungen Menschen für den Berufseinstieg in die Fahrradbranche geben?
Laura Müller: Was mir generell geholfen hat, war mein eigenes Interesse an der Branche. Ich war damals eine komplette Quereinsteigerin in dem Beruf und generell in der Fahrradbranche. Ich bin selbst nur hobbymäßig Fahrrad gefahren und bin zu dem Entschluss gekommen: Wie wäre es denn, das Ganze mal auszuprobieren und in einem Fahrradladen zu arbeiten? Dadurch, dass ich auch technisches Interesse hatte und mich immer gefragt habe: „Wie funktioniert das denn wirklich?“, konnte ich die ganzen Details schneller, denn je lernen und hatte sie für die nächsten Beratungen direkt auf dem Kasten. Nein, das war ganz perfekt. Ich sage immer: „Wenn man einen Traum hat sollte man den so lange verfolgen, bis man ihn erreicht hat.“
Das Interview führte Alex Adelsgruber