Verbände setzen sich für verbesserte Regulierung schwerer Lastenräder ein

Foto: Zukunft Fahrrad | Unsplash

Im Vorfeld der Internationalen Spezialradmesse Spezi in Freiburg haben der ZIV - Die Fahrradindustrie, Zukunft Fahrrad und der Radlogistikverband Deutschland (RLVD) einen gemeinsamen Vorschlag zur Verbesserung der europäischen Regulierung von schweren E-Lastenrädern präsentiert.

Am Wochenende öffnet die Internationale Spezialradmesse Spezi in Freiburg ihre Türen und stellt erneut ein breites Spektrum innovativer Fahrräder und E-Bikes vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den schweren E-Lastenrädern, deren Bedeutung im urbanen Transport und in der Logistik stetig wächst.

Im Vorfeld der Messe haben die führenden Branchenverbände ZIV - Die Fahrradindustrie, Zukunft Fahrrad und der Radlogistikverband Deutschland (RLVD) einen gemeinsamen Vorschlag veröffentlicht, der sich für eine klare und zukunftsfähige europäische Regulierung dieser Fahrzeugklasse starkmacht.

Unverzichtbare Privilegien für schwere E-Lastenräder

Die Verbände betonen in ihrer gemeinsamen Erklärung, dass Fahrzeuge, die nach der Norm EN 17860-4 klassifiziert sind - also schwere, mehrspurige Lastenräder - weiterhin von den privilegierten Regelungen für Fahrräder profitieren sollten. Dazu gehört unter anderem das Recht, auf dafür geeigneten Radwegen zu fahren, sowie die Ausnahme von Führerscheinpflicht, Versicherungskennzeichen und Typgenehmigung. Diese Regelungen sind nach Ansicht der Verbände unverzichtbar, um den erfolgreichen Einsatz und die Akzeptanz dieser Fahrzeuge im urbanen Raum und in der Logistik zu gewährleisten.

Die Verbände unterstreichen, dass der Erhalt dieser Privilegien eine fundamentale Voraussetzung für die Förderung einer nachhaltigen und praktischen Nutzung von E-Lastenrädern ist. Diese Fahrzeuge bieten in Städten eine umweltfreundliche Alternative zum Lieferverkehr mit Pkw und tragen dazu bei, die Mobilitätswende voranzutreiben.

Foto: Spezi | Simon Boschi

Zusammenarbeit für eine zukunftsfähige Lösung

Die Verbände sehen die Notwendigkeit, klare und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, die sowohl den Wachstumsmöglichkeiten der Branche Rechnung tragen als auch die langfristige Planungssicherheit fördern.

Der ZIV - Die Fahrradindustrie hat bereits 2025 ein Positionspapier zu E-Bikes veröffentlicht, das eine umfassende Diskussion zu den rechtlichen Rahmenbedingungen anstoßen soll. In Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden wollen sie nun einen konkreten Vorschlag erarbeiten, wie schwere Lastenräder auf EU-Ebene klarer reguliert und in den bestehenden Rechtsrahmen integriert werden können. Ein zentraler Punkt dieses Vorhabens ist die Frage, ob eine eigene Unterkategorie innerhalb des aktuellen Rechtsrahmens geschaffen werden kann, um dieser Fahrzeugklasse gerecht zu werden.

Dabei soll der Vorschlag nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch auf europäischer Ebene diskutiert und in den Gesetzgebungsprozess der EU zur „Personal Mobility Device Regulation“ eingebracht werden.

Die Arbeitsgruppe, die den Vorschlag ausarbeitet, setzt sich aus erfahrenen Fachleuten der Verbände zusammen. Dazu gehören Tim Salatzki (Leiter Technik & Normung) und Sebastian Grassow (Referent für Technik und Normung) vom ZIV, Arne Behrensen (Senior Expert Transportwende) von Zukunft Fahrrad sowie Helge Neubauer (stellv. Bundesvorsitzender) und Sebastian Bächer (Fachvorstand International) vom RLVD. Diese Gruppe wird den Vorschlag mit anderen relevanten Verbänden abstimmen und die Chancen und Herausforderungen einer umfassenden Regulierung weiter beleuchten.

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