
SAZbike 5/2026: Vorsichtig nach oben - was Taipei über die Branche verrät

Taipei war 2026 leiser - aber nicht weniger aufschlussreich. Die neue SAZbike-Ausgabe bündelt Daten, Gespräche und Einordnungen von der Cycle Show und ergänzt den Stimmungscheck um Themen, die direkt in den Handel wirken.
Mehr zur neuen Ausgabe findet ihr in der heutigen SAZbike Top-News!

Velo Berlin 2026 zieht 18.000 Menschen an den Flughafen Tempelhof

Die Velo Berlin hat am 11. und 12. April erneut mehrere tausend Fahrradinteressierte nach Berlin gelockt. Rund 18.000 Besucherinnen und Besucher informierten sich bei mehr als 200 Ausstellern über aktuelle Entwicklungen der Branche und nutzten die Tage zum Entdecken und Testen.
Auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof präsentierten über 300 Marken ihre Produkte - von E-Bikes über Gravel- und Rennräder bis hin zu Lasten- und Kinderfahrrädern. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Teststrecken, Workshops sowie politische Diskussionsformate. Thematische Schwerpunkte lagen unter anderem auf Radreisen und alltagsnaher Mobilität.
Neben sportlichen Wettbewerben, darunter Landesmeisterschaften des Berliner Radsportverbands, Kinder-, Fixed-Gear- und Cargobike-Rennen sowie BMX- und E-MTB Darbietungen, standen auch gesellschaftspolitische Themen, wie etwa Fragen zur Radinfrastruktur, im Fokus.
Auch prominente Vertreterinnen und Vertreter der Branche waren vor Ort. Die ehemalige Olympiasiegerin Annemiek van Vleuten gab Einblicke in ihre Karriere und sprach über prägende Rennen sowie ihre Perspektive nach dem Leistungssport. Mit Tony Martin und Marcel Kittel waren zudem zwei ehemalige deutsche Spitzenfahrer vor Ort, die sich inzwischen verstärkt im Bereich Kinderfahrräder engagieren.
Neben Erzählungen über lange Radreisen und Kontinent-Durchquerungen war auch Vico Merklein präsent. Im Gespräch mit dem paralympischen Handbiker und Goldmedaillengewinner ging es um Sport, Alltag und Mobilität auf drei Rädern - sowie um seine Erfahrungen in den Straßen Berlins.
Die nächste Ausgabe der Velo Berlin ist für den 10. und 11. April 2027 geplant.

Isi Wearables kündigt Hövding 4 an

Isi Wearables plant die europaweite Markteinführung des Hövding 4 für Herbst 2026. Das tragbare Airbag-System für Radfahrerinnen und Radfahrer wurde nach der Übernahme der Marke im Jahr 2024 neu entwickelt. In Deutschland läuft der Vertrieb über Sports Nut.
Der Hövding wird als Kragen getragen und soll sich bei einem Unfall innerhalb von 0,1 Sekunden entfalten. Ziel ist es, Sicherheitsansätze aus der Automobilindustrie auf den Radverkehr zu übertragen. Nach Unternehmensangaben haben frühere Generationen bereits mehr als 500.000 Nutzerinnen und Nutzer in Europa erreicht.
Technisch setzt die neue Version laut Hersteller auf KI-gestützte Sensorik, ein überarbeitetes Modell zur Unfallerkennung sowie eine höhere Rechenleistung für die Bewegungsanalyse in Echtzeit. Auch Airbag-System und Softwarearchitektur wurden neu konzipiert. Die Entwicklung basiert auf Erfahrungen der Isi-Gruppe im Automotive-Bereich.
"Für uns ist Automotive Grade Safety nicht nur ein Schlagwort. Es ist eine Arbeitsweise: Wie wir Lieferantinnen und Lieferanten nach unseren Standards auswählen, wie wir jede Entwicklungsphase validieren und klare Testverfahren etablieren. Hövding 4 steht für ein neues Level an Vertrauen - basierend auf Tests, technischer Präzision und jahrzehntelanger Erfahrung im Schutz von Menschenleben", sagt Alexander Haag, Geschäftsführer von Isi Wearables.

Bosch erweitert Ebike Flow App um Analyse- und Navigationsfunktionen

Bosch Ebike Systems ergänzt zum Start der Saison seine digitale Plattform um neue Funktionen für Analyse, Navigation und Bedienung. Mit Version 1.34 der Ebike Flow App stehen erstmals detaillierte Auswertungen der Fahrtechnik sowie erweiterte Trainingsdaten zur Verfügung. Ergänzt wird das Update durch eine neue Displaylösung.
Im Mittelpunkt steht die Funktion "Trick Check". Sie erkennt Fahrmanöver wie Sprünge, Wheelies oder Manuals automatisch und erfasst Parameter wie Dauer, Höhe, Distanz und Winkel. Die Ergebnisse werden während der Fahrt signalisiert und anschließend in der App zur Analyse bereitgestellt. Die Funktion ist nur mit ausgewählten Komponenten des smarten Systems kompatibel.
Ergänzend integriert Bosch Herzfrequenzdaten in die Fahrstatistiken. Bereits während der Fahrt erfasste Werte lassen sich nun nachträglich analysieren, inklusive Durchschnittspuls und detailliertem Verlauf. Ziel ist eine präzisere Einschätzung der Belastung im Training.
Auch die Navigation wird erweitert: Nutzerinnen und Nutzer können häufig genutzte Ziele als Favoriten speichern und direkt über Shortcuts auf kompatiblen Displays abrufen. Dies soll die Routenplanung vereinfachen und beschleunigen.
Mit dem Smartphone Grip Vertical führt Bosch zudem eine neue Halterung ein, die Smartphones im Hochformat als Display nutzt. Neben Navigationsvorteilen bietet sie eine Energieversorgung über den E-Bike-Akku sowie flexible Montagemöglichkeiten. Darüber hinaus wird die E-Shift-Funktion auf mechanische Schaltungen mit Gearsensor ausgeweitet. Durch eine kurzzeitige Unterbrechung der Motorunterstützung beim Schalten sollen Gangwechsel gleichmäßiger erfolgen und der Verschleiß reduziert werden.

Wirtschaftsverbände warnen vor Mehrwertsteuer-Erhöhung und fordern Kurskorrektur

In einer gemeinsamen Erklärung wenden sich vier zentrale Wirtschaftsverbände an Bundeskanzler Friedrich Merz und warnen vor den Folgen der aktuellen steuerpolitischen Debatte. Handelsverband Deutschland (HDE), Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Bundesverband der Freien Berufe (BFB) und Mittelstandsverbund (ZGV) unterstützen zwar grundsätzlich die angekündigten Reformpläne der Bundesregierung, sehen jedoch die diskutierte Gegenfinanzierung über eine Anhebung der Mehrwertsteuer kritisch.
Eine Erhöhung von 19 auf 21 Prozent würde aus ihrer Sicht den privaten Konsum zusätzlich dämpfen und die Binnenwirtschaft schwächen. Angesichts bereits eingetrübter Konjunkturaussichten, geopolitischer Unsicherheiten und hoher Energiepreise drohe zudem ein erneuter Inflationsschub. Dies könne geldpolitische Gegenreaktionen auslösen und die wirtschaftliche Erholung weiter abbremsen.
Gleichzeitig verweisen die Organisationen auf strukturelle Belastungen wie hohe Arbeitskosten und zunehmende Regulierung, die Unternehmen bereits erheblich unter Druck setzten.
Vor diesem Hintergrund formulieren die Verbände konkrete Forderungen. Erstens müsse der Faktor Arbeit entlastet werden, etwa durch eine Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent. Zweitens fordern sie eine spürbare Senkung der Energiekosten, insbesondere durch eine Reduzierung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß für alle Unternehmen. Drittens plädieren sie für einen umfassenden Abbau bürokratischer Vorgaben, um unternehmerische Handlungsspielräume zu erweitern.
Die Verbände betonen, dass nur ein konsistentes Gesamtkonzept aus strukturellen Reformen und echten Entlastungen geeignet sei, Wachstum zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nachhaltig zu sichern.