
Österreichischer Fahrradmarkt 2025: Gravel- und Kinderfahrräder treiben die Nachfrage

Die österreichische Fahrradindustrie hat 2025 rund 389.000 Räder an den Fachhandel verkauft. Während der Gesamtmarkt stabil bleibt, wachsen Gravelbikes, Kinder- und Jugendräder sowie Trekking-/SUV-E-Bikes deutlich.
Alle Zahlen findet ihr in der heutigen SAZbike Top-News!

ZEG beruft neues Vorstandsmitglied und treibt Neuausrichtung voran

Die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG (ZEG) setzt ihre strategische Neuausrichtung fort und verstärkt ihr Führungsteam. Zum 27. März 2026 wurde Matthias van de Loo in den Vorstand berufen. Als Chief Financial & Chief Operating Officer (CFO/COO) ergänzt er das Gremium um Vorstandssprecher Fred Schierenbeck, der als Chief Executive & Chief Sales Officer (CEO/CSO) fungiert.
Im Zuge der Neuaufstellung hat Jens Stahlschmidt das Unternehmen zum 1. April 2026 auf eigenen Wunsch verlassen. "Wir danken ihm für seinen Einsatz und seinen Beitrag in einer wichtigen ersten Phase unserer Transformation und ich bedanke mich für unseren gemeinsamen Weg bei der ZEG", sagt Fred Schierenbeck.
Die ZEG hatte im vergangenen Jahr eine strategische Neuausrichtung eingeleitet. Im Fokus stehen eine stärkere Mitgliederorientierung, der Ausbau des Angebotsportfolios sowie die Weiterentwicklung der Exklusiv- und Verbundmarken.
"Wir haben in den vergangenen Monaten wichtige Voraussetzungen geschaffen, um den Führungsanspruch der ZEG nachhaltig zu untermauern. Jetzt geht es darum, die begonnenen Schritte konsequent fortzuführen, in der Organisation zu verankern und in ein modernes Zukunftskonzept zu überführen", erklärt Schierenbeck.

Code-Klau-Vorwürfe gegen Jobrad-Tochter

Auf Linkedin wird derzeit über möglichen "Code-Klau" rund um die Jobrad-Gruppe diskutiert. Tatsächlich hat es Fehler gegeben, der Leasing-Anbieter Jobrad ist aber nur mittelbar betroffen.
Worum es geht: Mit der Startrampe werden innerhalb der Jobrad-Gruppe möglichst unkompliziert Start-up-Ideen gefördert. Wunderfix ist ein Beispiel für ein solches erfolgreiches Projekt. Aktuell gibt es mit Dvice ein neues Pilot-Produkt der Startrampe GmbH, die unabhängig und mit einem eigenständigen Team innerhalb der Jobrad-Gruppe agiert.
Der Code für die Webseite von Dvice wies dabei exakte Parallelen zu einer Webseite des Unternehmens MPP auf. Nach Darstellung von MPP handelte es sich dabei nicht nur um Design und Content, sondern im Quellcode um ganze kopierte Code-Strukturen inklusive wörtlicher Textverweise auf "mein MPP".
Startrampe räumt auf Anfrage von SAZbike ein, dass es an manchen Stellen Ähnlichkeiten mit einer anderen Website gegeben habe. Startrampe-Prokuristin Marie-Luise Rauer erklärt dazu "Ende März 2026 haben wir nach zügiger Entwicklungsarbeit die Website von Dvice gelauncht, die mit externem Support realisiert wurde. Nachdem der genannte Post auf Linkedin veröffentlicht wurde, haben wir unmittelbar eine Prüfung eingeleitet. Dabei haben sich an manchen Stellen Ähnlichkeiten mit einer anderen Website bestätigt. Das haben wir schnellstmöglich behoben. An dieser Stelle hätten wir besser aufpassen müssen. Wir bedauern dies ausdrücklich." Startrampe spricht damit von einem Fehler in einem extern unterstützten, schnellen Entwicklungsprozess - und nicht von einer bewussten Kopierstrategie.
Die Website wurde inzwischen bereinigt. Rauer betont zudem, dass die Startrampe daraus gelernt habe und in Zukunft trotz des Fokus auf Schnelligkeit und Agilität auf die Qualität der Inhalte geachtet werde.

Enviolo bündelt Standorte und richtet Organisation auf Wachstum aus

Der Antriebsspezialist Enviolo zentralisiert seine Aktivitäten in den Niederlanden und bezieht einen neuen Hauptsitz in Amsterdam. Ziel ist eine engere Verzahnung der Unternehmensbereiche und die Vorbereitung auf die nächste Entwicklungsphase.
Mit dem Umzug führt Enviolo bislang getrennte Funktionen aus Zwolle und Amsterdam an einem Standort zusammen. Während in Zwolle vor allem Qualität, Operations und Lager angesiedelt waren, befand sich der Hauptsitz bereits in Amsterdam. Die räumliche Integration soll die Kommunikation verbessern und die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg stärken.
Das neue Büro umfasst mehr als 1.250 Quadratmeter und vereint zentrale Unternehmensfunktionen, Schulungs- und Servicebereiche sowie Flächen für Produktpräsentationen. Zudem wurden Qualitäts- und Laufradmontageaktivitäten nach Amsterdam verlagert.
Das bisherige Lagergeschäft wird künftig von einem externen Logistikdienstleister übernommen, um die internationale Lieferfähigkeit zu erhöhen. Der Standort Zwolle wurde zum 28. Februar 2026 geschlossen. Neben dem Standort in den Niederlanden bleibt das Research & Engineering Center in Austin, Texas, bestehen.
Parallel stellt das Unternehmen seine Führung neu auf. Neben Alexander Buytendijk als Chief Executive Officer übernehmen Billy van den Ende als Chief Product Officer und Berend Kistemaker als Chief Commercial Officer zentrale Rollen. Das Trio soll die Bereiche Finanzen, Produktentwicklung und Marktbearbeitung enger verzahnen und die weitere Entwicklung des Unternehmens steuern.

Gemeinschaftsdiagnose: Energiepreisschock bremst Aufschwung, Inflation zieht an

Die deutsche Wirtschaft bleibt nach Einschätzung führender Institute auf moderatem Erholungskurs, wird jedoch durch gestiegene Energiepreise deutlich gebremst. Nach mehreren schwachen Jahren erwarten die Institute für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von lediglich 0,6 Prozent, 2027 sollen es 0,9 Prozent sein.
"Der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges trifft die Erholung hart, gleichzeitig stützt aber die expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindert ein stärkeres Abrutschen", sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Ifo Instituts. Parallel dazu dürfte die Inflation wieder anziehen und 2026 im Jahresdurchschnitt 2,8 Prozent sowie 2027 2,9 Prozent erreichen.
Die Teuerung belastet insbesondere den privaten Konsum. Zugleich setzt die Finanzpolitik Impulse: Höhere staatliche Ausgaben und eine deutlich ausgeweitete Neuverschuldung stärken vor allem Verteidigungsindustrie und Tiefbau. Die Industrie insgesamt bleibt jedoch schwach, da Exporte unter sinkender Wettbewerbsfähigkeit, geopolitischen Risiken und handelspolitischen Belastungen leiden.
Strukturell sehen die Institute die Wachstumsperspektiven zunehmend eingeschränkt. Das Produktionspotenzial könnte bis zum Ende des Jahrzehnts stagnieren. Ursachen sind vor allem der demografische Wandel und eine sinkende durchschnittliche Arbeitszeit. Für 2026 wird ein Rückgang der Erwerbstätigkeit um rund 100.000 Personen erwartet, 2027 ein leichter Anstieg. Die Arbeitslosenquote steigt zunächst auf 6,4 Prozent und sinkt im Folgejahr leicht.
Die Finanzpolitik treibt das Staatsdefizit auf 3,7 Prozent des BIP im Jahr 2026 und 4,2 Prozent 2027. Der Schuldenstand steigt auf 67,2 Prozent des BIP. Die Institute sehen darin kurzfristig einen wichtigen Konjunkturimpuls, verweisen jedoch auf steigende Konsolidierungsrisiken.
Von staatlichen Eingriffen zur Senkung der Energiepreise raten die Ökonomen ab. Stattdessen empfehlen sie gezielte Entlastungen sowie Reformen zur Stärkung von Arbeitsanreizen, Investitionen und Innovationen.