
Brompton-CEO Will Butler-Adams: "Wir bauen keine Kultmarke - wir bauen nützliche Räder"

Brompton-CEO Will Butler-Adams spricht im SAZbike-Interview über den schmalen Grat zwischen Kult und Wachstum, die Bedeutung des deutschen Markts und das Privileg, Menschen mit einem Faltrad glücklich zu machen.
Das komplette Interview gibt's in der aktuellen SAZbike Top-News!

Riese & Müller veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht: Fokus auf messbare Kreislaufwirtschaft

Der Premium-Hersteller Riese & Müller hat mit den "Sustainability Insights" seinen neuesten Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2024/2025 vorgelegt. Das Format dokumentiert Fortschritte bei der CO2-Reduktion durch Recycling-Materialien und innovative Logistiklösungen.
Der Bericht markiert einen bewussten Verzicht auf den bisherigen umfangreichen Verantwortungsbericht und setzt stattdessen auf eine prägnantere Aufbereitung der zentralen Nachhaltigkeitsthemen. Laut Dr. Sandra Wolf, geschäftsführende Gesellschafterin, soll dieses schlankere Format die wirtschaftliche Transformation des Unternehmens für eine breite Öffentlichkeit effizienter zugänglich machen.
Ein technologischer Schwerpunkt liegt dabei auf der erstmaligen Bilanzierung von Emissionen der Fahrradrahmen in Scope 3. Hierbei zeigt sich der Einfluss von Recycling-Aluminium besonders deutlich: Rund jeder zweite Rahmen wurde im Berichtszeitraum mit recyceltem Material bezogen, wobei das Cargo-Bike Carrie mit einem Anteil von 81 Prozent den Spitzenwert markiert. Insgesamt konnten durch diesen Ansatz 15 Prozent der Emissionen im Vergleich zu reinem Primäraluminium eingespart werden.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die Kreislaufwirtschaft in der Logistik voran. Die Recyclingquote liegt stabil bei über 90 Prozent, was unter anderem durch gezielte Zero-Waste-Projekte erreicht wurde. Ein zentraler Hebel ist die wiederverwendbare Bikebox, durch die im Geschäftsjahr mehr als 35.000 Kilogramm Kartonage eingespart werden konnten.
Dieses System wird bereits von über 1.000 Händlern in acht europäischen Ländern genutzt. In 95 Prozent der möglichen Fälle bestellt der Fachhandel bereits über diese nachhaltige Option. Ergänzt wird dies durch Rhinopaq-Mehrwegverpackungen für Kleinteile, die weitere 5.767 Kilogramm Abfall vermieden.
Gleichzeitig stärkt Riese & Müller die regionale Wertschöpfung, indem 63 Prozent der Komponenten von europäischen Lieferanten bezogen werden.
Die Zusammenarbeit basiert auf verbindlichen Werten, die in der Grundsatzerklärung zur Einhaltung der Menschenrechte sowie im Code of Conduct für Lieferanten festgeschrieben sind.
Riese & Müller verpflichtet seine Partner darin zur Einhaltung internationaler Arbeitsstandards der ILO und zur strikten Vermeidung von Korruption sowie Umweltzerstörung.
Neben ökologischen Zielen stehen faire Arbeitsbedingungen im Fokus, was durch die Auszeichnung als Fair Pay Leader und den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2025 gewürdigt wurde. Um die Langlebigkeit der Produkte weiter zu erhöhen, setzt der Hersteller zudem auf neue DIY-Repair-Kits für Textilien und eine interne Reparatur-Einheit.
Das Unternehmen unterstreicht damit seinen Anspruch, den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen und die Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten als kontinuierlichen Prozess zu verstehen.
Für alle Beteiligten - von Mitarbeitern bis hin zu Lieferanten - steht zudem ein Hinweisgebersystem zur Verfügung, um Compliance-Verstöße transparent zu melden.

Sport 2000 wächst international und über Markt

Foto: Sport 2000 International
Die Sport 2000 Group International hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Handelsbruttoumsatz von 5,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt damit über Marktniveau.
Treiber der Entwicklung ist die strategische Ausrichtung als "Home of Experts". Das Unternehmen setzt dabei auf Spezialisierung, klar positionierte Formate und die enge Verzahnung von internationaler Strategie und nationaler Marktexpertise. Rund 2.000 Händlerinnen und Händler mit knapp 3.000 Standorten in 17 Ländern sind aktuell im Netzwerk organisiert.
Zentrale Bausteine sind das Multi-Category-Retailer-Format sowie spezialisierte Konzepte wie Absolute Run und Absolute Teamsport. Mehr als ein Drittel der Standorte arbeitet bereits als Spezialist, weitere Händler entwickeln sich in diese Richtung.
Für zusätzliche Dynamik sorgt eine neue Lizenzstruktur. Retail-Formate können flexibler in einzelnen Märkten ausgerollt werden, da sie nicht mehr an eine einheitliche Landeslizenz gebunden sind. Ziel ist eine schnellere Expansion und eine passgenaue Umsetzung je nach Marktumfeld.
Auf Kategorie-Ebene treiben vor allem Outdoor und Running das Wachstum. Outdoor erreicht einen Anteil von 26 Prozent und entwickelt sich überdurchschnittlich, insbesondere in Deutschland. Running kommt auf 11 Prozent und profitiert von neuen Zielgruppen sowie spezialisierten Händlerkonzepten. Bike liegt bei fünf Prozent Umsatzanteil.
Regional setzt Sport 2000 den Expansionskurs fort. Mit dem Markteintritt in Polen startet der Aufbau einer neuen Landesorganisation. Weitere Märkte in der EMEA-Region sowie in Südamerika stehen im Fokus.

Bike Shop Experten bündeln Beratung für den Fahrradhandel

Mit den Bike Shop Experten (BSX) startet ein Netzwerk aus sechs Branchenberatern, das gezielt auf die Anforderungen des Fahrradfachhandels ausgerichtet ist. Ziel ist es, Händlerinnen und Händlern schnell den passenden Ansprechpartner für konkrete Fragestellungen zu vermitteln - ohne lange Suche und ohne grundlegende Einordnung der Branche.
Viele Betriebe ordnen aktuell ihre Strukturen und Prozesse neu. Nach den vergangenen Marktjahren geht es um strategische Klarheit und operative Effizienz. Gleichzeitig fehlt im Tagesgeschäft oft die Zeit, externe Berater erst in die Besonderheiten des Fahrradhandels einzuarbeiten.
Hier setzt das Konzept der Bike Shop Experten an. Der Verbund vereint unterschiedliche Spezialisierungen und ermöglicht so eine direkte Zuordnung von Fachthemen zu den jeweiligen Expertinnen und Experten.
Zum Start gehören dem Netzwerk an: Ulf Christian Blume, Steve Ehe, Jörg Küster, Dominik Nuss, Gunnar Schmidt und Florian Schöps.
Die Themenfelder reichen von betriebswirtschaftlicher Steuerung über Werkstatt- und Prozessorganisation bis hin zu Vertriebsentwicklung und Kennzahlenplanung. Auch Organisationsentwicklung sowie Verkauf und Nachfolge im Handel sind Teil des Angebots.
Durch die enge Vernetzung innerhalb des Verbunds entsteht zusätzlich bereichsübergreifende Kompetenz. Das soll vor allem bei komplexeren Fragestellungen greifen, die mehrere Unternehmensbereiche betreffen.
"Viele Händler brauchen heute schnelle, konkrete Lösungen. Praxiserprobt und punktgenau", sagt Florian Schöps, verantwortlich für Presse und Öffentlichkeit. Der Wunsch nach Professionalisierung im Fahrradhandel nehme spürbar zu.
Das Angebot richtet sich nicht nur an den Fachhandel. Auch Hersteller und Importeure können die Beratung nutzen, etwa zur Weiterentwicklung von Handelskonzepten, Trainingsprogrammen oder Vertriebsstrukturen.
"Wenn ein Händler vor einer konkreten Herausforderung steht, soll er sofort wissen, welcher Experte im Fahrradhandel der richtige Ansprechpartner ist", sagt Jörg Küster.