Deutscher Fahrradpreis 2026: 15 Projekte in der engeren Auswahl

Aus 123 Einreichungen hat die Jury die Top-Fünf in den drei Wettbewerbskategorien des Deutschen Fahrradpreises 2026 bestimmt. Die ausgezeichneten Projekte werden am 20. Mai 2026 auf dem AGFS-Kongress in Düsseldorf geehrt; insgesamt stehen 15.000 Euro Preisgeld bereit.
Der Deutsche Fahrradpreis 2026 geht in die nächste Runde: Nach einer Fachprüfung hat die Jury die Top-Fünf-Projekte in den Kategorien Infrastruktur, Service & Kommunikation sowie Ehrenamt bestimmt. Bewertet wurden unter anderem Innovationskraft, Aktualität und der Beitrag zu sicherer, nachhaltiger Mobilität.
Die Jury-Mitglieder, darunter Expertinnen und Experten aus Fahrradindustrie, Verbänden, Ministerien, Ehrenamt und Kommunikation, sichteten die 123 Einreichungen und wählten jeweils die fünf besten Projekte aus.
"Es ist für mich eine große Ehre, nach unserem Gewinn beim Deutschen Fahrradpreis 2024 nun auch Teil der Jury zu sein. Die Vielfalt und Qualität der eingereichten Projekte haben mich sehr beeindruckt. Besonders wertvoll waren die spannenden Diskussionen im vielfältig besetzten Jurygremium, durch die ich noch einmal neue Blickwinkel auf die Projekte gewinnen konnte", sagt Jurymitglied Klaus Markl, Gründer von BiciBus Deutschland.

Ein beliebtes Event
Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 20. Mai 2026 im Rahmen des AGFS-Kongresses in Düsseldorf ausgezeichnet. Das Preisgeld beläuft sich insgesamt auf 15.000 Euro.
Der Deutsche Fahrradpreis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Verkehr sowie der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. Zudem wird der Wettbewerb vom ZIV - Die Fahrradindustrie und dem Verbund Service und Fahrrad e.V. unterstützt.
Kategorie Infrastruktur: Fünf Ansätze für Bau, Betrieb und Qualität

Realexperiment Komfortables Kopfsteinpflaster (Brandenburg): Das Reallabor NUDAFA testet, wie historisches Kopfsteinpflaster per Diamantfräse und 3D-Vermessung fahrradfreundlicher werden kann, ohne Straßenbild und Versickerung zu verlieren.
(Blau-Grüne) Fahrradstraße Quellenweg in Oldenburg: Umgestaltung zur sicheren Verbindung zwischen Innenstadt und Universität - inklusive Markierungen, bevorrechtigter Kreuzung und Regenampeln bei Starkregen, ergänzt um Entwässerung und Begrünung.
Bodensee-Fahrradstraße Lindau - Premium-Radverkehrsachse (Bayern): Nahezu durchgängige Premium-Fahrradstraße, kombiniert mit Mobilitätsstationen und Priorisierung des Radverkehrs; plus zusätzliche Abstellplätze.
MoveIN - Radparkhaus Stadthausstraße (Hamm, NRW): Neubau mit Mikroapartments und öffentlich zugänglichem Radparkhaus (rund 300 Stellplätze); das Projekt koppelt Wohnraum und Abstellinfrastruktur.
Radwegekontrolleur mit Bike Safety (Reutlingen, Baden-Württemberg): Kontrollen des Radnetzes aus der Radperspektive, Mängel werden teils direkt vor Ort behoben; Hinweise aus dem Schadensmelder fließen in Einsätze ein.
Kategorie Service & Kommunikation: Daten, Standards und Angebote für den Alltag

Handlungsempfehlung bei Wurzeleinwuchs (Schleswig-Holstein): Der Landesbetrieb und ADFC haben eine Handreichung zur Sanierung wurzelgeschädigter Radwege erarbeitet - mit Vergleich von Verfahren und praxisnahen Lösungen.
VelObserver für Schulen (Bayern): Jugendliche bewerten Schulwege per App, dokumentieren Risiken und erarbeiten spielerisch sichere Routen. Kommunen erhalten nutzerbasierte Daten für Planung und Verbesserungen.
Digitales Radverkehrsnetz (Berlin): Das Radvorrangnetz wurde digital erfasst, u. a. mit OpenStreetMap-Daten und 360°-Kameratechnik. Zudem ein Open-Source-Skript soll die Übertragbarkeit erleichtern.
Der Radweg - Planung und Bau mit Kids (Twistetal, Hessen): Grundschulkinder begleiten Planung und Bau eines Radwegs, lernen Abläufe kennen und dokumentieren das Projekt filmisch.
Jährlicher Fahrradcheck zum Saisonstart (Baden-Württemberg): Wartungsservice am Arbeitsplatz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schwarz Gruppe als betriebliches Angebot zur Förderung sicherer Alltagsnutzung.
Kategorie Ehrenamt: Initiativen für Teilhabe, Bewegung und sichere Wege

Kinder aufs Rad! Schulstraßen (Köln/NRW, bundesweit): Das Kidical-Mass-Bündnis setzte Schulstraßen in Köln um. Daraus entstanden Leitfäden und zahlreiche Vorhaben in anderen Regionen.
DIY-Bikepark auf 13.000 Quadratmetern (Bremen): Auf einer großen Brachfläche in Woltmershausen ist durch Crowdfunding, Ehrenamt und Jugendbeteiligung ein frei zugänglicher Bikepark entstanden. Jugendliche planen, bauen und gestalten Workshops und Events selbst.
10 Jahre Engagement: 10.000 Fahrräder (Bayern): GESTA e.V. organisiert Spenden, Reparaturen, Verleih und Trainings für Frauen, Kinder und Jugendliche. Zugleich werden Qualifizierung und neue Perspektiven für Arbeitslose eingebunden.
Fahrräder für Bedürftige (Hamburg): Der Verein Westwind bereitet gespendete Räder verkehrssicher auf und gibt sie zu Sozialpreisen ab. Außerdem unterstützt eine mobile Werkstatt Unterkünfte vor Ort.
Radfahren in Ostfriesland digital (Niedersachsen): Buten na Binnen e.V. ermöglicht Menschen mit Einschränkungen digitale Raderlebnisse via Bewegungstrainer und Video-Routenbibliothek.