Super-Fusion: ZIV und Zukunft Fahrrad wollen verschmelzen

Foto: Dirk Michael Deckbar
Die deutsche Fahrradbranche bekommt womöglich einen neuen Dachverband. ZIV - Die Fahrradindustrie und Zukunft Fahrrad haben sich auf einen gemeinsamen Weg zur Verschmelzung verständigt. Schon im Mai 2027 soll der neue Verband gegründet werden.
Es ist ein Schritt, auf den viele in der Branche lange gewartet haben: Die beiden großen Fahrradverbände ZIV und Zukunft Fahrrad wollen fusionieren - und zwar nicht durch Eingliederung, sondern durch die Neugründung eines gemeinsamen Verbandes. Das geht aus einer Beschlussvorlage und einem Letter of Intent hervor, die SAZbike vorliegen. Beide Papiere datieren auf Februar 2026.
Das erklärte Ziel: eine Stimme für die gesamte Fahrradwirtschaft in Deutschland. Statt zwei Verbände mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber vielen Doppelmitgliedern soll künftig ein starker Wirtschaftsverband die Interessen von Industrie, Handel und Dienstleistern bündeln - in Berlin, in Brüssel und international.
Abstimmung im April, Gründung im Mai 2027
Der Fahrplan steht: Am 17. April stimmt die ZIV-Mitgliederversammlung über die Vorlage ab, am 23. April folgt Zukunft Fahrrad. Bei Zustimmung beginnt eine Konzeptphase bis Ende 2026, in der Satzung, Strukturen und eine einheitliche Beitragsordnung erarbeitet werden. Die endgültige Verschmelzung soll dann auf parallelen Mitgliederversammlungen im Mai 2027 beschlossen werden.
Der fusionierte Verband bekommt einen neuen Namen und eine komplett neue Satzung. Vollmitglied kann werden, wer Wertschöpfung in der Fahrradwirtschaft betreibt und auf dem deutschen Markt aktiv ist - von der Produktion über den Handel bis zu Dienstleistungen wie Leasing. Einzelne lokale Fachhändler sind ausgenommen, Fachhandelsketten hingegen willkommen. Wichtig: Mit dem VSF laufen bereits Gespräche, wie der stationäre Fachhandel im neuen Verband vertreten sein kann.
Keine Sparmaßnahme - sondern Investment
Beide Verbände betonen: Die Fusion ist keine Sparmaßnahme. Personal soll nicht abgebaut, die Teams sollen zusammengeführt werden. Im Gegenteil - die ambitionierte Agenda erfordere zusätzliches Investment. Neue Beitragszahler sollen vor allem Unternehmen sein, die bisher in keinem der beiden Verbände Mitglied sind. An der Spitze sollen zwei gleichberechtigte Präsidenten oder Präsidentinnen sowie ein Schatzmeister stehen.
Für den Fachhandel und die gesamte Branche ist die Botschaft klar: Die Fahrradwirtschaft will endlich mit einer Stimme sprechen. Ob sie gehört wird, hängt jetzt davon ab, wie viele Mitglieder im April mit Ja stimmen.