VSF sieht Service als Schlüsselfaktor für die Fahrradwirtschaft

Der Fahrradfachhandel bleibt trotz Umsatzrückgangs 2025 laut VSF und Bico über Vor-Corona-Niveau, die Durchschnittspreise sind stabil. Deutlich zulegen konnte das Werkstattgeschäft. Für 2026 plant die Mehrheit zusätzliche Servicekapazitäten.
Die Branchenumfrage von VSF und Bico weist für den Fahrradfachhandel 2025 einen Umsatzrückgang von 6,8 Prozent aus. In den Vorjahren belief dieser sich auf -2,8 Prozent (2024) und -3,0 Prozent (2023). Gleichzeitig verweist die Auswertung darauf, dass die Erlöse in den Fachgeschäften deutlich über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit liegen und sich die Branche auf einem höheren Umsatzniveau als in den 2010er-Jahren bewege.
Stabilität im qualitätsorientierten Fachhandel
Bei den Durchschnittspreisen zeigt die Umfrage ein weitgehend stabiles Bild: 2025 lagen die durchschnittlichen Verkaufspreise im Fachhandel bei 1.445 Euro für Fahrräder und 3.972 Euro für E-Bikes. Als wesentliche Faktoren nennt die Einordnung insbesondere das Leasinggeschäft und den Sportbereich.
In der Umsatzverteilung entfielen 2025 laut Umfrage 53 Prozent auf E-Bikes und 47 Prozent auf Fahrräder (2024: 61/39). Zur Entwicklung im Fahrradsegment heißt es, Rennräder, Cyclocrosser und vor allem Gravel-Bikes würden das Volumen der klassischen Räder gegenüber dem E-Bike stützen.
Auch das Dienstradleasing bleibt ein zentraler Umsatztreiber im Fachhandel. Der Leasinganteil am Räderverkauf lag 2025 bei 41,9 Prozent (2024: 40,6 Prozent). Für weiteres Wachstum sieht die Umfrage vor allem Potenzial darin, mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in angeschlossenen Betrieben für das Leasing zu gewinnen. Der Fachhandel soll dabei als zentraler Beratungs- und Vertriebspartner agieren.
Bei den Beständen zeichnet die Umfrage ein Bild schrittweiser Entspannung: Ein Teil der Betriebe meldet bereits normalisierte Lager, weitere erwarten Bereinigungen vor allem in den ersten beiden Quartalen 2026.

Servicegeschäft legt zu
Am dynamischsten entwickelte sich 2025 das Werkstattgeschäft: Die Umfrage spricht von einer Umsatzsteigerung um 13,5 Prozent. Für 2026 plant die große Mehrheit der Betriebe einen Ausbau der Service-Aktivitäten. In der Erwartungsabfrage rechnen 78 Prozent mit einer positiven Entwicklung der Werkstattleistungen (19 Prozent unverändert, 3 Prozent negativ).
"Aus unserer Sicht ist die Servicequalität entscheidend für die Entwicklung des stationären Fachhandel"», sagt Uwe Wöll, Geschäftsführer des VSF. "Gelingt uns dazu eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Industrie, Dienstleistung und Handel, schauen wir auf eine positive Entwicklung des gesamten Fahrradmarktes", so Wöll.
Auch jenseits der Werkstatt sieht der Verband Ansatzpunkte entlang der Wertschöpfungskette - etwa bei Versicherungen oder weiteren Servicemodellen. Gleichzeitig wird der Blick auf zusätzliche Zielgruppen gelenkt: Ob es gelingt, Frauen und Kinder stärker anzusprechen, gilt als ein Faktor für die weitere Marktentwicklung; außerdem werden Politik und Kommunen mit Blick auf Sicherheit und Rahmenbedingungen genannt.

Ausblick für 2026
Für die Fahrradsaison 2026 bleibt der Blick vorsichtig: Optimistische und zurückhaltende Umsatzerwartungen sind laut Umfrage nahezu gleich stark vertreten. Wachstumserwartungen richten sich im Sortiment vor allem auf Gravel sowie Light E-Bikes/Minimal Assist, die der Fachhandel weiterhin als relevante Segmente einstuft.
Wir haben diese Zahlen mit weiteren Daten und Erkenntnissen verglichen, analysiert und eingeordnet. Das Resultat: Neun fundierte Datenpunkte, die den tatsächlichen Zustand der Branche widerspiegeln. Diese könnt ihr in unserem Premium-Newsletter nachlesen.