Dienstradleasing unter Druck

Die neue Dienstradleasing-Studie von Deloitte und Zukunft Fahrrad meldet für 2025 einen Umsatzrückgang auf 2,8 Mrd. Euro und weniger Neuverträge. Gründe sind Konjunkturflaute und starke Kauf-Rabatte. Gleichzeitig wächst die Zahl der Arbeitgeber-Angebote - das Potenzial bleibt hoch.
Das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland bremst das Dienstradleasing. Laut der am 11. März 2026 veröffentlichten Dienstradleasing-Studie von Deloitte und dem Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad ging der Marktumsatz 2025 das zweite Jahr in Folge leicht zurück.
Der Markt kühlt ab
Im vergangenen Jahr betrug er 2,8 Milliarden Euro. Dies sind rund vier Prozent weniger als 2024 (2,9 Mrd. Euro). Auch die Zahl der neu geleasten Fahrräder sank demnach auf etwa 720.000 - rund 30.000 weniger als im Vorjahr. Grundlage sind Daten von neun Leasing-Anbietern, die rund 85 Prozent des Marktes abdecken; weitere Marktdaten wurden anhand von Händlerinformationen hochgerechnet.
Stefan Ludwig, Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte, erklärt: "Aufgrund des wirtschaftlichen Klimas zögern die Menschen, größere Investitionen in Konsumgüter wie konventionelle Fahrräder und E-Bikes zu tätigen. Dementsprechend haben die Händler nach wie vor volle Lager, was zu Rabatten führt und den Kauf eines hochwertigen Fahrrades auch ohne Dienstradleasing ermöglicht."

Das Angebot wächst
Trotz Marktabkühlung steigt die Zahl der Arbeitgeber, die Dienstradleasing anbieten, weiter an: 2025 legte sie laut Studie um rund 20 Prozent auf 342.000 zu (2024: 287.000). Damit haben nach Angaben der Studienautoren inzwischen etwa 22,6 Millionen Erwerbstätige die Möglichkeit, über den Arbeitgeber zu leasen. Genutzt wird das Angebot jedoch von rund 2,4 Millionen Menschen.
Die Studie sieht insbesondere bei kleineren Betrieben und im öffentlichen Dienst Luft nach oben. Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden seien unterrepräsentiert, obwohl sie 97 Prozent aller Betriebe ausmachen.
Chancen und Hürden
Für die Studie wurden Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt, welche Bedenken sie hinsichtlich des Dienstradleasing haben. Als größte Bedenken gegenüber dem betrieblichen Fahrradleasing die Vertragsbindung (38 Prozent) sowie ein möglicher Arbeitgeberwechsel (31,5 Prozent) genannt.
Für das Fahrradleasing spricht hingegen, dass Wartung und Service inklusive sind (38,1%) und im Vergleich zum Kauf hohe Einmalkosten vermieden werden (37,7%). Aktuell planen laut der Befragung 17 Prozent, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Fahrrad zu leasen.
"Die unsichere wirtschaftliche Lage und damit einhergehende Bedenken, sich vertraglich länger zu binden, bremsen sie bei der Entscheidung für das Dienstradleasing. Um das Wachstum wieder anzukurbeln, sollten Dienstradleasing-Anbieter verstärkt um mittelständische Unternehmen werben. Zudem sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden noch besser über ihr Angebot informieren. Eine gesunde Lebensführung und eine nachhaltige Mobilität sind zudem Trends, die weiteres Wachstum begünstigen dürften", meint Stefan Ludwig.

Ein wichtiges Standbein
Für die Fahrradbranche bleibt Dienstradleasing ein relevanter Absatzkanal. Insbesondere der stationäre Handel profitieren davon, dass sich beim Dienstradleasing überdurchschnittlich viele Menschen für höherpreisige Fahrräder entscheiden.
Über den Arbeitgeber geleaste E-Bikes kosten durchschnittlich 3.700 Euro, bei konventionellen Fahrrädern sind es 2.660 Euro - Beratung und Service vor Ort spielen somit eine wichtige Rolle. 86 Prozent der geleasten Bikes stammten 2025 aus dem stationären Handel, bei direkt gekauften waren es lediglich 69 Prozent.
Wasilis von Rauch, CEO von Zukunft Fahrrad, sagt: "Der Leasingmarkt pendelt sich nach dem rasanten Wachstum auf einem hohen und im internationalen Vergleich einmaligen Niveau ein. Die Branche bleibt auch unter Druck intakt. Fehlt es jedoch an sicherer Infrastruktur und fahrradfreundlichen Voraussetzungen am Arbeitsplatz, bleibt das ganze Potenzial des Dienstradleasings ungenutzt. Die Politik muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen - um mehr Menschen gesunde Mobilität zu ermöglichen und auch die wirtschaftliche Stabilität der Branche langfristig zu sichern."
Wir haben diese Zahlen mit weiteren Daten und Erkenntnissen verglichen, analysiert und eingeordnet. Das Resultat: Neun fundierte Datenpunkte, die den tatsächlichen Zustand der Branche widerspiegeln. Diese könnt ihr in unserem Premium-Newsletter nachlesen.