ADFC-Radreiseanalyse 2025: Mehr E-Bikes, weniger Radreisen

Foto: ADFC

Die ADFC-Radreiseanalyse 2025 zeigt ein gemischtes Bild für den Radtourismus in Deutschland: Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad im Urlaub. Gleichzeitig gehen klassische Radreisen, Kurzreisen und Tagesausflüge zurück.

Rund 39,3 Millionen Menschen in Deutschland nutzen das Fahrrad im Urlaub, auf Radreisen oder in der Freizeit. Grundlage für diese Ergebnisse ist die repräsentativen Online-Umfrage zur ADFC-Radreiseanalyse 2025, für die 17.300 Personen ab 18 Jahren befragt wurden. Die Ergebnisse zeigen jedoch eine unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Segmente.

Radreisen und Kurztrips rückläufig

2025 unternahmen rund 3,3 Millionen Menschen eine klassische Radreise mit mehr als drei Übernachtungen. Insgesamt kamen dabei 4,6 Millionen Reisen zustande, mit durchschnittlich 7,6 Übernachtungen pro Reise. Zwei Jahre zuvor lag die Zahl der Radreisenden in diesem Segment noch bei 3,6 Millionen.

Auch Kurzreisen mit ein bis zwei Übernachtungen verlieren an Bedeutung. Die Zahl der Teilnehmenden sank von fünf Millionen im Jahr 2023 auf 4,2 Millionen im Jahr 2025. Insgesamt wurden 7,6 Millionen Kurzradreisen registriert. Besonders gefragt bleiben die Monate Mai und Juni.

Deutlich fällt der Rückgang bei Tagesausflügen aus: 34 Millionen Menschen unternahmen 361 Millionen Ausflüge mit dem Rad. Im Jahr 2023 waren es noch 455 Millionen gewesen.

Das Segment Radfahren im Urlaub verzeichnet hingegen ein Wachstum: 2025 griffen 12,7 Millionen Menschen im Urlaub zum Fahrrad und nutzten es insgesamt 22,8 Millionen Mal. Zwei Jahre zuvor waren es noch 10,6 Millionen Menschen.

Foto: TMN | DZT | Jens Wegener

Veränderungen im Radtourismus

Nach Einschätzung des Allgemeine Deutsche Fahrrad-Clubs (ADFC) spielen mehrere Faktoren für die Veränderungen eine Rolle: wechselhaftes Wetter im Sommer 2025, größerer Wunsch nach Erholungs- und Familienreisen, stärkeres Bedürfnis nach Sicherheit und Entspannung sowie gestiegene Kosten.

"Deutschland ist ein attraktives Radreiseland mit einem großen Potential", erklärt Christian Tänzler, Radtourismusexperte im ADFC-Bundesvorstand. "Um hier weiterhin viele Radurlauber anzuziehen, braucht es jetzt gezielte Maßnahmen. Radreisende wünschen sich attraktive, sichere und gut gepflegte Radwege, eine unkomplizierte Anreise mit der Bahn und zielgruppenorientierte Angebote für Familien und Radreise-Einsteiger."

Ein zentraler Trend ist die zunehmende Nutzung von Pedelecs. Inzwischen fährt rund die Hälfte der Radreisenden mit elektrischer Unterstützung. Vor allem in hügeligen Regionen oder auf längeren Etappen erleichtert der Motor das Reisen. Der Verband sieht darin auch eine Chance, neue Zielgruppen zu erreichen - etwa Menschen, die sich längere Touren bislang nicht zugetraut haben.

Radtourismus bleibt wirtschaftlich relevant

Radreisen bleiben zudem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Reisende mit mehr als drei Übernachtungen gaben durchschnittlich 133 Euro pro Person und Tag aus. Kurzreisende lagen mit 144 Euro pro Tag darüber, Radurlauber bei 128 Euro und Tagesausflügler bei 34 Euro.

Insgesamt summieren sich die Ausgaben im deutschen Radtourismus nach ADFC-Schätzung auf 38,7 bis 41,8 Milliarden Euro im Jahr 2025. Ein Grund für die gestiegenen Durchschnittsausgaben ist unter anderem eine stärkere Nutzung von Hotels statt Campingplätzen.

Radreisen führen häufig auch zu zusätzlichen Käufen. 29 Prozent der Befragten gaben an, im Zusammenhang mit einer Reise neue Ausrüstung angeschafft zu haben. Am häufigsten wurden Fahrradtaschen gekauft, gefolgt von Kleidung sowie Fahrradteilen oder Reparaturen. Jeder zehnte dieser Käuferinnen und Käufer investierte in ein neues E-Bike. Ein kleinerer Anteil entschied sich für ein Fahrrad ohne Motor.

Foto: ADFC

Natur als wichtige Motivation

Für viele Menschen steht beim Radfahren vor allem die Erholung im Vordergrund. 93 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen ein Tagesausflug mit dem Rad besonders dabei hilft, sich zu entspannen und Zeit in der Natur zu verbringen.

Konflikte mit anderen Ausflüglerinnen und Ausflüglern treten laut Studie vergleichsweise selten auf: Nur 15,8 Prozent berichten von entsprechenden Erfahrungen.

Zu den meistbefahrenen Radfernwegen in Deutschland zählt weiterhin der Elberadweg. Auf den weiteren Plätzen folgen der Weserradweg und der Ostseeküstenradweg.

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