Fahrradhandel im Umbruch: IFH-Experte warnt vor der No-Growth-Zone

In SAZbike 1/26 analysiert IFH-Köln-Experte Ralf Deckers die strukturellen Veränderungen im Fahrradhandel. Seine Diagnose ist klar: Das Wachstum der Branche hat seinen Zenit überschritten - und die Zukunft verlangt Krisenfestigkeit statt Expansion.
Die Hochphase der Corona-Jahre ist vorbei, die Branche sortiert sich neu. Im aktuellen SAZbike-Gastbeitrag beschreibt Ralf Deckers vom Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln, warum der Fahrradhandel in eine Phase der Stagnation eintritt - und wie Händlerinnen und Händler sich darauf einstellen sollten.
Deckers spricht von einer "No-Growth-Zone", einer wirtschaftlichen Phase ohne nennenswertes Konsumwachstum. Laut den Berechnungen des IFH Köln wächst der private Konsum bis 2026 nur noch um 0,2 Prozent jährlich. Für den Handel bedeute das "Wettbewerb um schrumpfende Umsätze". Der Fahrradsektor ist davon direkt betroffen: Nach Jahren der Übernachfrage lasten hohe Lagerbestände und Preisdruck auf den Unternehmen.
"Krisenkompetenz wird zur Schlüsselqualifikation"
Gleichzeitig verschiebt sich das Kräfteverhältnis zwischen stationärem Handel und Online-Vertrieb. Der digitale Anteil steigt weiter - allerdings weniger dynamisch als in der Pandemie. Entscheidend wird laut Deckers, wer seine Kundinnen und Kunden versteht und datenbasiert an sich bindet.
Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, volatile Lieferketten und Diskussionen über Zölle. Diese Faktoren treffen auch die Zweiradbranche, deren internationale Liefernetzwerke in den vergangenen Jahren stark ausgebaut wurden. "Krisenkompetenz wird zur Schlüsselqualifikation", resümiert Deckers.
Stabilisierung auf niedrigem Niveau
Im Gastbeitrag verweist er auf den Global Bicycle Purchasing Index (GBPI), ein gemeinsames Projekt von Eurobike, Bike Europe und IFH Köln. Der Index zeigt die Eintrübung der Stimmung in der Fahrradwirtschaft - aber auch Anzeichen einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau.
Deckers' zentrale Botschaft: Wachstum allein ist kein Ziel mehr. Zukunftsfähig ist, wer Effizienz, Prozessqualität und Kundennähe miteinander verbindet. "Der digitale Wandel ist längst Realität. Jetzt entscheidet, wer ihn wirtschaftlich nutzen kann."
Impulsvortrag beim SAZbike Prolog 2026
Ralf Deckers zeigt am 26. Februar 2026 beim SAZbike Prolog in Ralf Deckers zeigt am 26. Februar 2026 beim SAZbike Prolog präsentiert von Paul Lange & Co. in Dreieich, welche Rolle Omnichannel, Services und neue Wettbewerber von Temu bis Tiktok spielen - und warum der Fahrradhandel zum Krisenakrobaten werden muss, um in diesem Umfeld bestehen zu können.
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Der vollständige Gastbeitrag ist in SAZbike 1/26 zu finden.