Decathlon übernimmt Mehrheit am Münchener E-Bike-Aufbereiter Rebike

Nach dem Einstieg bei der Bikeleasing-Gruppe baut Decathlon Pulse sein Mobilitätsportfolio weiter aus. Die Investmenteinheit des Sporthändlers übernimmt die Mehrheit am Münchener Start-up Rebike Mobility.
Decathlon Pulse, die Beteiligungstochter des französischen Sporthändlers Decathlon, hat ihre Partnerschaft mit dem Münchener Recommerce-Unternehmen Rebike Mobility ausgeweitet und wird Mehrheitsgesellschafter. Rebike bereitet gebrauchte E-Bikes industriell auf und vertreibt sie über eigene Kanäle sowie über "Shop-in-Shop"-Flächen in Decathlon-Filialen.
Das Management rund um die Gründer Thomas Bernik und Sven Erger bleibt an Bord. "Wir sehen uns weiter als treibende Kräfte", sagte Bernik dem Handelsblatt. Beide Gründer wollen Rebike gemeinsam mit Decathlon europaweit skalieren.
Ausbau der Partnerschaft und neue Märkte
"Die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Rebike Mobility ist ein natürlicher nächster Schritt in einer Partnerschaft, die auf gemeinsamen Überzeugungen und Werten basiert", erklärte Franck Vigo, CEO von Decathlon Pulse. Rebike und Decathlon arbeiten bereits seit 2024 zusammen; mehrere Filialen in Deutschland bieten seitdem aufbereitete E-Bikes aus Rebike-Beständen an.
Bis Ende 2026 sollen mindestens zehn solcher Verkaufsflächen in Decathlon-Märkten entstehen. Damit erweitert Rebike sein Multichannel-Modell: Online-Shop, stationäre Präsenz und Kooperation mit Dienstrad-Leasing-Anbietern.
Wachstum mit nachhaltigem Fokus
Rebike beschäftigt rund 150 Mitarbeitende, davon etwa 100 im Aufbereitungszentrum in Kempten im Allgäu. 2025 wurden nach eigenen Angaben 25.000 gebrauchte E-Bikes aufbereitet, 2026 sollen es 30.000 sein. Der Umsatz lag zuletzt bei über 40 Millionen Euro und soll auf mehr als 50 Millionen Euro steigen.
Durch den Einstieg von Decathlon Pulse soll Rebike den nächsten Wachstumsschritt vollziehen - auch über Deutschland hinaus. Geplant ist der Markteintritt in Nachbarländern wie Frankreich, Belgien und der Schweiz.
Zweite große Mobilitätsbeteiligung von Decathlon Pulse
Der Rebike-Einstieg folgt nur wenige Wochen nach der Ankündigung einer weiteren Übernahme: Decathlon Pulse übernimmt 65 Prozent an der Bikeleasing-Gruppe, einem der größten Anbieter für Dienstrad-Leasing im deutschsprachigen Raum.
Die Bikeleasing-Gruppe bleibt unter Führung der Gründer Bastian Krause und Paul Sinizin eigenständig, ebenso wie ihre Marken Probonio, Bike 2 Future und Lesora. Für den Fachhandel und bestehende Kundinnen und Kunden soll sich nichts ändern. Der Abschluss der Transaktion ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.
Beide Beteiligungen zeigen, wie Decathlon seine Aktivitäten im Bereich nachhaltiger Mobilität und Kreislaufwirtschaft strategisch ausbaut.
Konsolidierung im E-Bike-Ökosystem
Mit den Beteiligungen an Rebike und Bikeleasing formt Decathlon Pulse ein wachsendes Netzwerk entlang des Fahrradlebenszyklus - von der Erstanschaffung über das Dienstrad-Leasing bis zur Wiederaufbereitung.
Während Rebike für den professionellen Sekundärmarkt steht, deckt Bikeleasing den stark wachsenden Leasing-Sektor ab. Damit positioniert sich Decathlon in einem zukunftsrelevanten Marktsegment, das die Schnittstellen zwischen Handel, Nachhaltigkeit und Service neu definiert.