Sicherheit durch Einheitstempo 29.04.2024, 12:10 Uhr

Amsterdam: vorübergehende Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer

Seit dem 18. April haben schnelle Radfahrer in Amsterdam die Möglichkeit, für die Dauer von drei Monaten einen ausgewiesenen Fahrbahnabschnitt von 500 Metern Länge zu nutzen.
Auf der Straße gelten Tempo 30 (Fahrbahn), Tempo 20 (Radweg) und Tempo 10 (Fußweg).
(Quelle: Routecraft)
Das meldet der Herstellerverband Leva-EU. Die empfohlene Höchstgeschwindigkeit auf dem Radweg bleibt bei 20 Stundenkilometern, während diejenigen, die ein höheres Tempo wünschen, sich für die Fahrbahn entscheiden können.
Der Versuch geht auf den Siegerentwurf des Amsterdam Bike City Innovation Lab von 2022 zurück. Die Idee des bildenden Künstlers Wichert van Engelen sieht drei verschiedene Geschwindigkeitsbegrenzungen vor: 10 km/h für Bürgersteige, 20 km/h für Radwege und 30 km/h für Straßen, die für alle Verkehrsträger gelten. Diese Initiative zielt darauf ab, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf dem Radweg abzumildern.
Die Stadtverwaltung wählte in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Amsterdam den Bereich zwischen der Eerste Constantijn Huijgensstraat und der Bilderdijkstraat aus, da hier ein hohes Radverkehrsaufkommen herrscht und ein schmaler, von der Straße getrennter Radweg vorhanden ist. Da sich das Überholen auf diesem Weg aufgrund der zunehmenden Geschwindigkeitsunterschiede als schwierig erweist, sei diese Wahl unumgänglich, so Leva-EU.

Elektroräder machten Überholspur nötig

Der Verband zitiert die Verkehrsstadträtin Melanie van der Horst: „Ich höre immer mehr Amsterdamer, junge und alte, die sich nicht mehr trauen, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren. Ich möchte nicht, dass das passiert. Wir haben bereits erfolgreich Mopedfahrer auf die Straße verlagert, wodurch der Radweg ruhiger wurde. Aber durch das rasante Aufkommen verschiedener Elektrofahrräder ist es jetzt noch notwendiger, auf dem Radweg Platz zu schaffen für Leute, die langsamer fahren.“
Bis zum 19. Juli können Radfahrer, die die Grenze von 20 Stundenkilometern überschreiten, auf die Straße ausweichen, wo die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer festgelegt ist. Die ausgewiesene Testzone zwischen Overtoom und Kinkerstraat wird deutlich abgegrenzt. Während des gesamten Versuchszeitraums wird die Stadtverwaltung das Verhalten der Radfahrer auf der Straße beobachten, die Interaktion zwischen Auto- und Radverkehr bewerten und die Auswirkungen auf die Überlastung der Radwege beurteilen. Die Verkehrsteilnehmer werden die Möglichkeit haben, über einen Online-Fragebogen Rückmeldungen zu geben, und die Stadtverwaltung wird vor Ort Interviews mit Radfahrern durchführen. Die Ergebnisse werden für Ende dieses Jahres erwartet.



Das könnte Sie auch interessieren