Ökonomisches Potenzial soll überzeugen
11.04.2018, 10:30 Uhr

Vivavelo will Lösungen für Mobilitätswende vorstellen

Das Potenzial des Radverkehrs für die Verkehrswende soll in wenigen Tagen auf dem Berliner Vivavelo-Kongress der Fahrradwirtschaft in Gegenwart von Spitzenpolitikern diskutiert werden.
So viele Fahrräder, Autos und elektrifizierte Gegenstücke gibt es in Deutschland.
„Der Radverkehr birgt immenses ökonomisches Potenzial für Deutschland“, sagt Albert Herresthal, Geschäftsführer des Verbunds Service und Fahrrad (VSF) und Initiator des Vivavelo-Kongresses. „Die Hälfte aller mit dem PKW zurück gelegten Wege sind kürzer als 5 km – eine Distanz, die problemlos auch mit dem Rad gefahren werden kann, wenn die Infrastruktur stimmt.“ Und darüber soll beim Kongress mit den politischen Vertretern diskutiert werden. Neben anderen Spitzenpolitikern von der Kommunalebene bis zur Bundesebene wird Cem Özdemir anwesend sein. Spannende Anregungen liefere nach Angaben des VSF auch Prof. Dr. Stefan Gössling von der Lund-Universität in Schweden, der zum Thema „Profit durch Radverkehr - Ein Vergleich der volkswirtschaftlichen Kosten von Fahrrad und Auto“ referieren und aktuelle Zahlen präsentieren soll.
Wenngleich die Bundesregierung das Elektroauto mit Prämien zu fördern versuche, so werde nach Darstellung des VSF doch deutlich, dass das E-Auto kein Allheilmittel sei, denn die Platzprobleme der Städte würden damit nicht gelöst. Der Elektromotor an Fahrrädern hingegen ermögliche auch über 5 km bequem mit dem Rad zurück zu legen. Die Absatzzahlen sprechen hier Bände: Im Jahr 2017 wurden 720.000 E-Bikes in Deutschland verkauft, jedoch nur rund 25.000 Elektroautos neu zugelassen. Deutschland ist der größte Markt für Fahrräder und Pedelecs in Europa. „Die Fahrradbranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland, steht sie doch für 16 Mrd. Euro Umsatz und 278.000 Arbeitsplätze“, so Herresthal weiter. „Viele Räder hierzulande sind ‚Made in Germany’ und auch der Exportanteil ist nicht unerheblich.“. Zahlreiche Lösungsansätze für die Verkehrswende in Deutschland sollen am 16. und 17. April beim Kongress in Berlin präsentiert werden.



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